Alibaba Cloud, der Cloud-Computing-Zweig der Alibaba Group, will bis Ende 2016 vier neue Rechenzentren in Europa, Australien, Japan und im Nahen Osten eröffnen. Der europäische Standort soll sich dann in den Räumen des Vodafone-Rechenzentrums in Frankfurt am Main befinden. Damit betreibt Alibaba Cloud bis Ende des Jahres insgesamt 14 Rechenzentren weltweit.

Ursprünglich wurde der Cloud-Bereich 2009 gegründet, um die großen Mengen des Datenverkehrs der E-Commerce-Plattform der Alibiba Group zu managen. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch daraus laut Alibaba eine hochskalierbare Plattform für Cloud Computing und Daten-Management mit weltweit über 651.000 zahlenden Nutzern aus Bereichen wie Gaming, Web-Hosting oder Industrie.

Beim Angebot unterscheidet sich der chinesische Anbieter nicht sonderlich von anderen Cloud-Computing-Anbietern wie AWS oder Azure. Punkten will Alibaba Cloud nach eigenen Angaben jedoch vor allem durch spezielle Middleware-Funktionen auf Unternehmensebene sowie umfangreichen Cloud-Security-Leistungen. „Zudem haben wir ein großes Standbein in China und im asiatischen Markt. Dadurch können wir unseren Kunden RZ-Kapazitäten auf der ganzen Welt bieten“, erklärt Ethan Yu, Vice President der Alibaba Group, im Gespräch mit LANline.

Bei der Wahl des Standorts sprach laut Yu vor allem die sehr gute Infrastruktur sowie die zentrale Lage in Europa für Frankfurt. Zudem will Alibaba Cloud mit dem Rechenzentrum in Deutschland den hohen Standards bezüglich Datenschutz und Datensicherheit seiner europäischen Kunden entsprechen. Unter anderem verfügt der Cloud-Provider über verschiedene Zertifikate wie beispielsweise für die IT-Management-Standards „ISO/IEC 20000-1:2011“. „Wir haben viele globale Kunden in Europa“, erklärt Yu, „Deutschland ist unser erster Schritt, danach schauen wir nach weiteren Standorten“. Das primäre Ziel sei es zunächst, mehr Cloud-Services von Deutschland aus anzubieten. Darüber hinaus beschäftigt Alibaba Cloud ein Team, das den Kunden in Europa den nötigen Service und Support bieten soll.

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Alibaba Cloud bietet unter anderem eine IoT-Cloud-Umgebung für die Integration smarter Geräte, die einen Informationsaustausch zwischen Hardware und Web-Applikation in Echtzeit ermöglichen soll. Bild: Alibaba Cloud

Die offene Public-Cloud-Plattform ermöglicht es laut Alibaba Unternehmen, große Mengen an Traffic und Daten zu verteilen und zu verarbeiten. Bei der Entwicklung flossen auch die Erfahrungen beim Betreiben der weltgrößten Handels-und Kommunikationsplattform „Alibaba“ ein, die zuletzt am weltweiten Shopping-Festival der Alibaba-Group am 11. November in Spitzenzeiten 175.000 Bestellungen in der Sekunde verarbeiten musste.

Neben der Cloud-Plattform bietet Alibaba Cloud seinen Anwendern ein zusätzliches Ökosystem an Partnern. Nutzer können über den Marktplatz der Alibaba Cloud verschiedene Applikationen von Technologie-Partnern wählen und so zusätzliche Services auf ihrer Cloud-Umgebung implementieren. Zu den Partnern zählen unter anderem SAP, Suse, Teamviewer, Hitachi, Checkpoint, Appscale, Appex Networks, Haivision oder Hillstone Networks. „Dank unserer Partnerschaften können wir neben unseren eigenen Produkten für Security, Big Data oder künstliche Intelligenz weitere Services anbieten“, sagt Yu.

Weitere Informationen stehen unter www.aliyun.com zur Verfügung.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.