Suche/Login

Primärnavigation

Kategorienavigation
 

Inhalt
 

Netzkomponenten

GBit/s-WLAN-Verbindungen bis 900 Meter

70-GHz-Richtfunk für LAN-to-LAN-Kopplungen

Von Doris Piepenbrink

 

13. August 2009

Derzeit konkurrieren zwei WLAN-Techniken zur Freiraumübertragung, die im GBit/s-Bereich arbeiten. Dabei sind die 60-GHz-Systeme mehr für den Heimelektronikbereich konzipiert, während die 70-GHz-Systeme für Distanzen bis 900 Meter ausgelegt werden können und sich so auch für LAN-zu-LAN-Kopplungen eignen. Das Wetter hat bei diesen Übertragungen sehr viel weniger Einfluss auf die Übertragungsqualität als bei optischen Freiraumübertragungen.

 
 

(zoom) Die Einflüsse auf die Dämfung einer Übertragung bei verschiedenen Niederschlagsarten. Quelle: Gilland Electronics

Anders als bei FSO- (Free Space Optics) oder Laser-Übertragungen spielen Umgebungseinflüsse wie die Sonneneinstrahlung (auch durch Reflexion) oder Luftverwirbelungen (Kamin und Klimaanlage) bei 60 und 70 GHz keine Rolle. Interessanter sind Wettereinflüsse wie Regen, Nebel und Schnee.

Klimatischer Einfluss Niederschlag

Der amerikanische Hersteller Gilland Electronics, der schon seit Ende der 90-er Jahre Produkte für das 70-GHz-Band entwickelt, ermittelte das Dämpfungsverhalten von Funkübertragungen in verschiedenen Frequenzbändern in Atmosphären mit unterschiedlichem Luftfeuchte- und Sauerstoffanteil. Dabei zeigte sich, dass Übertragungen im 70-GHz-Bereich bei hoher Luftfeuchte deutlich bessere Dämpfungswerte aufweisen als im 60-GHz-Band. Ähnliches gilt für einen hohen Sauerstoffanteil. Aus diesem Grund sind mit 60-GHz-Systemen bei feuchter und sauerstoffreicher Luft keine großen Distanzen überbrückbar. Dieses Frequenzband eignet sich eher für kurze Breitbandübertragungen in Gebäuden und wird auch vornehmlich für die Heimelektronik eingesetzt. Dagegen bietet sich die 70-GHz-Technik insbesondere in Gegenden mit viel Nebel als einzige drahtlose Technik für Gebäude-zu-Gebäude-Übertragungen mit hoher Bandbreite an.

Übertragungen in beiden Frequenzbändern sind jedoch merklich beeinträchtigt, wenn es regnet, wobei die Dämpfung mit der Stärke des Regens und mit der Tropfengröße zunimmt. Wer also 70-GHz-Systeme einsetzen will, muss bei der Ermittlung der möglichen Reichweite berücksichtigen, wie häufig an diesem Standort Starkregen auftritt. Der Anbieter Black Box beispielsweise gibt für seine 70-GHz-Systeme maximale Reichweiten von 500 und 900 Metern für die Regenzonen Europas mit sehr häufigem Starkregen an und geht dabei von einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent aus. Das heißt, eine Strecke dürfte höchstens acht Stunden im Jahr ausfallen. Als heftigste Starkregenzonen Europas gelten Südfrankreich und Norditalien.

Weitere Bilder zum Artikel

(zoom) In Deutschland bietet zum Beispiel der Distributor Black Box Kits für Reichweiten bis 500 und 900 Meter an.

Seite [1] 2 »

Related Stories

RZ als skalierbarer Business-Katalysator

Anlässlich seiner EMEA-Partnerkonferenz in Barcelona hat Juniper kürzlich ein Paket neuer Software, Dienste, Systeme und Partnerschaften vorgestellt. Alles ... mehr »

VDI mit Hyper-V

Microsoft hat dem Windows Server 2008 R2 eine ganze Reihe neuer Funktionen spendiert, mit denen sich auf Basis von Hyper-V nun auch eine ... mehr »

Dem System geht es doch gut!

Die Webifizierung der Anwendungen in Unternehmen erfordert einen neuen Ansatz im Performance-Management. IT-Teams benötigen den Überblick über die ... mehr »