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Verkabelung

Sauberkeit bei optischen Steckern

Den Durchblick behalten

Von Michael Oellers/dp Michael Oellers arbeitet im Vertrieb Optische Nachrichtentechnik beim Distributor Laser 2000.

 

13. August 2009

Netzwerktechniker stehen bei Umpatchungen von LWL-Verbindungen immer wieder vor folgendem Problem: Ausgerechnet die Ports, die umgeschaltet werden sollen, oder die vorhandenen Reserve-Patch-Kabel sind ohne Staubschutzkappen. Die Stirnflächen müssten also gereinigt werden, doch das passende Werkzeug ist nicht zur Hand. Wer jetzt die Verbindung ohne professionelle Reinigung einfach schaltet, riskiert, dass die Glasfaser beschädigt wird.

 
 

(zoom) Digitale Mikroskope erlauben eine einfache Dokumentation der Messergebnisse, da sich die Bilder von Steckeroberflächen im Rechner abspeichern lassen. Quelle: Laser 2000

Die Mehrzahl aller auftretenden Störungen in optischen Netzwerken lässt sich auf Verschmutzungen der Glasfaserstirnflächen zurückführen. Schon kleinste Partikel im aktiven Kern einer Faser können den Lichtweg blockieren, einen reflektierenden Luftspalt verursachen oder, je nach Konsistenz, die polierte Steckerstirnfläche beschädigen.

Einfügedämpfung

Dies verursacht nicht nur eine erhöhte Einfügedämpfung, sondern auch eine zunehmende Verschlechterung der Übertragungseigenschaften nach jedem weiteren Steckvorgang. Denn größere Partikel können unter dem Druck des Steckvorgangs in kleinere Teile zersplittern und sich in die Oberfläche eindrücken. Die Einfügedämpfung erhöht sich schon nach wenigen Steckvorgängen soweit, dass das optische Dämpfungsbudget überschritten wird und keine Datenübertragung mehr möglich ist.

Rückflussdämpfung

Mit zunehmender Datenrate und Leistung verschärft sich das Problem. Denn dann macht sich auch die optische Rückflussdämpfung als wichtige Kenngröße bemerkbar, deren dB-Wert insbesondere bei breitbandigen Anwendungen möglichst hoch sein sollte. Sie hängt vor allem von der Qualität des Lichtwellenleiters, der Spleiße sowie der optischen Stecker und deren Installation ab.

So reagieren manche Lasersysteme wie hochlineare DFB-Laser sehr empfindlich auf reflektierte Signalanteile. Außerdem sind breitbandige optische Systeme für hohe Ausgangsleistungen konzipiert. Setzt der Betreiber zum Beispiel Multiplexing-Verfahren wie CWDM oder DWDM mit Erbium- oder Raman-Verstärkern ein, muss die optische Leistung deutlich angehoben werden. Bei solchen Verbindungen muss mit der Anzahl der Kanäle (Farben) auch die optische Leistung entsprechend vervielfacht werden.

Wie entscheidend die optische Rückflussdämpfung (ORL) für eine Verbindung sein kann, zeigt ein Beispiel, bei dem zwei Rechenzentren mit 10GbE über Singlemode-Kabel miteinander verbunden wurde. An beiden Standorten mussten die Verbindungen durch mehrere Technikräume hindurch geschaltet werden. Nach Abschluss der Installationsarbeiten und der Abnahmemessungen starteten die Techniker mehrere Testläufe, bei denen jeweils keine 10GbE-Übertragung zustande kam, obwohl die Abnahmemessungen in Ordnung waren. Auch OTDR-Messungen brachten keinen Aufschluss über die Ursache des Problems, da die gemessenen Dämpfungswerte nicht auffällig waren. Erst nach der Messung der optischen Rückflussdämpfung stellte sich heraus, dass diese zu niedrig war. Die Installateure hatten damals bei den Abschlussmessungen ein verschmutztes Messkabel verwendet und damit die Schmutzpartikel auf die installierten Stecker übertragen. Die Störungsbeseitigung war somit relativ einfach, aber sehr aufwändig, da mehrere tausend Stecker an unterschiedlichen Standorten gereinigt werden mussten.

Weitere Bilder zum Artikel

(zoom) Beispiel für einen professionell ausgestatteten Inspektions- und Reinigungskoffer. Quelle: Laser 2000

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