Security
Wie Sicherheitsbewusstsein entsteht
Die Mitarbeiter als Firewall
16. August 2005
Dass Technik allein Informationssicherheit schafft, sagen nur die Verkäufer von Hard- und Software. Große Firmen mobilisieren lieber ihre Belegschaft als „Human Firewall“. LANline berichtet über weltweite interne Programme bei Cisco und SAP.
(zoom) Schaltzenrale für internes Marketing: Klaus Schimmer und Regine Brehm entwickeln die SAP-Awareness-Kampagnen Foto: LANline
Ein Unternehmen braucht seine Mitarbeiter als Verbündete. Sie müssen Social-Engineering-Attacken mit der nötigen Vorsicht begegnen und sich auch sonst jederzeit verantwortungsvoll benehmen – beim Umgang mit Kennwörtern, bei der Arbeit mit E-Mail oder beim Hantieren mit dem mobilen Computer unterwegs.
Auf Technik fokussierte Administratoren und misstrauische Chefs wenden gern ein, solche Bestrebungen seien chancenlos – „Dumm-User“ könne man nicht erziehen, und darüber hinaus sei die Belegschaft eigennützig, bequem und damit primär ein Risiko, weshalb man sie streng überwachen und reglementieren müsse. Damit beginnt ein Teufelskreis, denn wer Misstrauen spürt und sich ungerechtfertigt eingeschränkt fühlt, schaltet auf Widerstand oder setzt sich zumindest nicht mehr aktiv für das Geforderte ein.
Um zu zeigen, wie wirksam ein professioneller Umgang mit der menschlichen Seite der IT-Sicherheit sein kann, hat sich LANline die internen IT-Sicherheitsprogramme von Cisco und SAP angesehen. Beide Firmen weisen zwar einen überdurchschnittlich hohen Anteil an informationstechnisch vorgebildeten Mitarbeitern auf, haben mit jeweils über 30.000 Angehörigen aber auch viele IT-fremde Angestellte in ihren Reihen. Beiden Unternehmen gemein ist auch, dass sie sich traditionell liberal verhalten, wenn es um den Umgang der Mitarbeiter mit E-Mail und Internet geht, und dass sie auf einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Belegschaft und Unternehmen beharren. Bei SAP etwa betrachtet man diese Liberalität als einen Wert, den es zugunsten des Unternehmensklimas und der „Schlagkraft“ der Belegschaft zu erhalten gilt. Beide Konzerne händigen neuen Mitarbeitern schon beim Unternehmenseintritt Sicherheitsrichtlinien aus und verlangen von ihnen, deren Kenntnis zu bestätigen. Fünf Seiten Policies und 50 Seiten Standards, die beispielsweise die Kennwortqualität festschreiben, sind es bei SAP. Noch mehr Energie verwenden beide Firmen darauf, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auch langfristig zu erhalten.
Weitere Bilder zum Artikel
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(zoom) Das zieht bestimmt, ist aber für die USA zu „scharf“: „Passwords-are-like-Underware“- Plakat Quelle: SAP |
(zoom) Kleiner Schulterklopfer vor dem Spiegel: Aufkleber sagen dem Mitarbeiter, wie wichtig er ist Quelle: SAP |
(zoom) Die Plakate hängen überall auf dem Campus Foto: LANline |
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(zoom) „Wer einen Fehler selbst eingesteht, sollte möglichst nicht bestraft werden“, John N. Stewart, Awareness-Verantwortlicher bei Cisco Quelle: Cisco |
(zoom) Bewusstseinsbildung auf allen Kanälen: Das interne SAP-TV zeigt ein Security-Interview mit Sachar Paulus Quelle: SAP |