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Netzkomponenten

Leistung und Leistungsmessung bei 802.11n-WLANs

Drahtlosturbo aktivieren

Von Elmar Török/pf

 

13. August 2009

Auch wenn der 802.11n-Standard immer noch nicht offiziell ratifiziert ist, übernehmen Produkte mit der aktuellsten WLAN-Technik langsam die Oberhand in den Regalen der Anbieter. Doch bessere Durchsatzraten erreicht der Anwender mit 802.11n nicht automatisch. LANline stellt Messmethoden und Tipps für mehr Wireless Speed vor.

 
 

(zoom) Viel Betrieb im WLAN: Der USB-Adapter Airpcap NX unterstützt als Analysemedium das Freeware-Tool Wireshark.

Ein WLAN auf der Basis des neuen „Beinahe“-Standards 802.11n verspricht deutlich höhere Durchsatzraten als die bisherigen Varianten 802.11a/b/g: Bis zu 600 MBit/s sollen erzielbar sein. Dies ermöglicht eine Kombination aus mehreren technischen Komponenten. Die bekannteste davon ist MIMO (Multiple Input Multiple Output). MIMO bezeichnet in der Nachrichtentechnik die Nutzung mehrerer Sende- und Empfangsantennen zur drahtlosen Kommunikation, das Konzept ist nicht auf WLAN oder 11n beschränkt. Dahinter stecken Codierungsverfahren, die neben der zeitlichen auch die räumliche Dimension zur Informationsübertragung nutzen.

Auf Seiten des Senders verwendet MIMO das Space-Division-Multiplexing-(SDM-) Verfahren, um mehrere Datenströme auf derselben Frequenz aber in getrennten Kanälen zu übertragen. Dadurch können größere Datenmengen mit höherer Sendeleistung über die Luftschnittstelle gesendet werden. Auf Seiten des Empfängers lassen sich mithilfe von MIMO mehrere Signale kombinieren, um die Signalstärke zu erhöhen und Störungen durch Mehrweg-Überblendung (Fading) zu unterdrücken. Während die älteren Techniken Probleme mit der Verarbeitung von Mehrweg-Signalreflexionen und -Dämpfung hatten, ist MIMO auf diese Reflexionen sogar angewiesen. Dabei trifft das Signal mehrfach mit zeitlicher Verzögerung und unterschiedlichen Signalstärken beim Empfänger ein.

Obwohl die Signale im selben Funkkanal arbeiten, lässt sich dadurch die räumliche Signatur (Spatial Signature) zweier Signale voneinander unterscheiden. So wird die Kanalkapazität gesteigert. Je nach Anzahl der Antennen sind mehrere „Spatial Streams“ möglich: Den vollen theoretischen 11n-Durchsatz von 600 MBit/s schafft nur ein Array aus vier Sende- und vier Empfangsmodulen, auch als 4x4 bezeichnet. Üblich sind zurzeit zwei Spatial Streams (2x2), die für maximal 300 MBit/s sorgen. Dabei gilt – wie bei den bisherigen WLAN-Standards auch, dass sich die Over-the-Air-(OTA-)Durchsatzraten nicht direkt in Nettodurchsatz übersetzen lassen. So repräsentiert bei 802.11b ein OTA-Durchsatz von 11 MBit/s gerade einmal 5 MBit/s Nettodurchsatz, und die 54 MBit/s von 802.11a und -g ergeben meist nur etwa 25 MBit/s Nettodurchsatz. Bei 11n lässt sich aus 300 MBit/s OTA im besten Fall 140 bis 150 MBit/s realer Durchsatz erreichen.

Weitere Bilder zum Artikel

(zoom) Geht doch: Intel-Client mit 107 MBit/s Durchsatz (Nachweis über die Ruckus-Lösung Speedflex).

(zoom) Mit Omnipeek lässt sich die Übertragungsleistung über die Kanalauslastung ermitteln.

(zoom) Kostenlos, aber nicht umsonst: Das Ralink-Utility zeigt wichtige Eckdaten der WLAN-Verbindung auf.

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