Netzkomponenten
Computer-Aided-Facility-Management-Systeme
Facility-Management als IT-Disziplin
17. April 2009
Die Unternehmensbereiche Facility-Management und IT wachsen zusammen. So dient ein modernes Computer-Aided-Facility-Management-System (CAFM) als zentraler Aufbewahrungsort für Informationen über Gebäude und physische Anlagen eines Unternehmens. Es bietet eine einheitliche Methode, die Bereiche eines Gebäudes und das Inventar eines Unternehmens zu verwalten, zu überwachen und zu warten. Entscheidend für eine reibungslose Integration einer solchen Lösung sind die Schnittstellen zu den verschiedenen Anwendungen im Unternehmen.
(zoom) Pläne und Bilder bringen Überblick bei der Inventarisierung oder beim Asset-Management. Quelle: Adventnet
Unter Facility-Management (FM) versteht man grob alle Prozesse, die sich auf die Verwaltung, Planung, Kontrolle und Bewirtschaftung von Gebäuden, Einrichtungen und Anlagen beziehen. Erste Lösungen für CAFM kamen aus dem CAD-Umfeld und ergänzten die Gebäude- und Raumpläne mit den Informationen aus FM-Systemen. Die dreidimensionale Darstellung von Gebäuden kombiniert mit den unterschiedlichsten Messwerten oder Inventarlisten erhöht die Anschaulichkeit, schafft Kostentransparenz und erleichtert das Erkennen von Einsparpotenzialen. Es unterstützt Notfall- sowie Präventiv-Wartungsmaßnahmen und erlaubt zum Beispiel eine Prognose und Budgetierung von Wartungsarbeiten. CAFM-Applikationen helfen somit bei der Planung, Überwachung und der Verwaltung von Flächen und Anlagen. Sie erleichtern das Management und Routinewartungen von Gebäuden und Services, helfen bei der Kontrolle von Ressourcen und bieten einen Helpdesk, um die einzelnen Maßnahmen bearbeiten zu können. Inzwischen gibt es die unterschiedlichsten CAFM-Lösungen, angefangen bei Nischenanbietern, die nur einen kleinen Ausschnitt bedienen, bis hin zu Generalisten.
Entscheidend sind die integrativen Schnittstellen für die sehr unterschiedlichen Anwendungswelten. Offene Standards sollen einen Datenaustausch mit anderen Abteilungen wie beispielsweise der Buchhaltung vereinfachen. Auf Druck von Facility-Managern setzen die Hersteller vermehrt auf Web-basierte oder On-Demand-Services. Somit fällt das Management der Gebäude zunehmend in den Bereich der IT. Zentralisierte Facility-Management-Systeme, die über einen Leitstand große Gebäude und Anlagen überwachen, gehen immer mehr zu offeneren IT-Infrastrukturen über und nähern sich wie früher die Telekommunikation der IT an. Bedenken hinsichtlich der Informationssicherheit, das Festhalten der Hersteller an ihren proprietären Systemen sowie die Ablehnung der IT-Abteilung bremsen zwar die Geschwindigkeit dieses Wandels, aber er gewinnt zunehmend an Eigendynamik. So werden künftige FM-Infrastrukturen noch stärker integriert sein und sich nicht nur auf ein automatisiertes, von der IT unterstütztes FM stützen. Die langfristige Vision ist, die Betriebsgebäude individuell nach Kundenwünschen, Unternehmenskriterien und -richtlinien zu verwalten.