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Verkabelung

Permanente Bitmusterkontrolle

Fehler in der Glasfaser finden

Von Ariane Rüdiger/jos

 

13. August 2009

Fehleranalyse an Glasfasern war bisher oft ein umständliches und teures Geschäft. Das Starnberger Unternehmen Fisec will dies mit einer neuen Technik auf Basis von Bitmustererkennung ändern. Die Produkte der Argus-Serie sind jetzt auf dem Markt.

 
 

(zoom) Das Argus-System ist aus Standardkomponenten aufgebaut und deshalb bezahlbar. Bild: Fisec

Glasfasern gelten als relativ sicheres und wenig fehleranfälliges Breitbandübertragungsmedium. Deshalb werden sie gern für die Datenfernübertragung innerhalb oder zwischen Rechenzentren genutzt, zum Beispiel bei einer Anbindung von Ausweichlokationen für Disaster-Recovery-Prozeduren, die die Verfügbarkeit von Infrastrukturen insgesamt erhöhen sollen.

Sind Glasfasern gestört, liegt dies meist an der versehentlichen Unterbrechung der Kabel durch Bauarbeiten – in diesem Fall lässt sich der Ort des Fehlers auch relativ einfach lokalisieren. In den nächsten Jahren dürfte aber Degradation als Fehlerursache erheblich wichtiger werden, zumal wenn auf 10 GBit/s ausgelegte Infrastrukturen plötzlich Datenvolumen von 40 oder 100 GBit/s transportieren sollen.

Kommt es zu einem schwer lokalisierbaren Kabelfehler, war guter Rat bisher teuer. Denn die betroffene Faser war auf beiden Seiten von den optischen Verteilern abzukoppeln, an Reflektometer anzuschließen und zu vermessen, um den Fehlerort einigermaßen genau eingrenzen zu können. Dies kostete Zeit und Geld – mehr, als es solchen Anwendern, die auf Hochverfügbarkeit besonders angewiesenen sind, lieb sein kann, etwa Banken, Finanzdienstleistern oder den Betreibern von Verkehrsnetzen.

Die Experten von Fisec um Geschäftsführer Thomas Hohendanner machten eine Marktlücke aus: die Optimierung der bisher üblichen ODTR-Systeme (Optical Time Domain Reflectometer). Heraus kam dabei 2004 ein patentiertes Verfahren, das mit Bitmustern arbeitet. CODTR-Systeme (Correlation Optical Time Domain Reflectometer) übertragen diese Bitfolgen permanent über den Signalisierungskanal der optischen Faser. Die eigentliche Datenübermittlung ist dadurch nicht gestört. Jede Faser muss für diese Technik nur auf einer Seite mit einem entsprechenden Gerät ausgerüstet werden.

Nach dem Anschluss des Systems kalibriert man die intakte Faser einmal durch die Übertragung von festgelegten Bitmustern. Bei Unterbrechungen, Aufschalten eines Abhörsystems oder Degradation verändert sich das permanent mitlaufende Bitmuster. Anhand dieser Veränderungen lässt sich die Störstelle bis auf einen Meter genau lokalisieren. Da das Messsystem kontinuierlich mitläuft, stehen diese Daten sofort zur Verfügung und fließen, wenn der Kunde dies will, permanent in vorhandene Netz-Management-Lösungen ein.

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