Netzkomponenten
Praxistest Spiceworks Desktop-Management
Innovativ, aber problembehaftet
04. Oktober 2007
Spiceworks ist eine Werkzeugsammlung zur Desktop-Verwaltung. Der gleichnamige Hersteller aus Austin, Texas, gibt die Browser-basierte Lösung kostenlos ab, der Finanzierung dienen eingeblendete Anzeigen. Das Interface orientiert sich am Aufbau populärer Websites, statt herkömmlicher Dokumentation bündelt die Website des Herstellers eine rege Community. Damit beschreitet Spiceworks neue Wege – der Test mit einem deutschen Windows-PC offenbarte aber einige Tücken.
(zoom) Die Darstellung der IT-Assets in Spiceworks ist modern und angenehm. Werbung wird laut Hersteller ausschließlich im rechten Bereich eingeblendet, ein User-Tracking erfolge nicht.
Als Zielgruppe für Spiceworks gibt der Hersteller kleinere bis mittlere Unternehmen mit maximal 250 zu verwaltenden Geräten an. Solche Unternehmen verfügen in der Regel über keine spezialisierten IT-Fachkräfte mit detaillierten Know-how. Stattdessen muss ein Allrounder alle Produkte und Systeme parallel betreuen. Für ihn ist Spiceworks gemacht: Spiceworks soll einfach zu bedienen sein und die wichtigsten Funktionen integrieren. Die Gratislösung will also nicht mit den umfassenden Client-Managementsuiten der bekannten Hersteller konkurrieren.
Die Architektur des Tools ist einfach: Es nutzt einen zentralen Managementserver, der die Daten der verwalteten Geräte in einer lokalen Datenbank hinterlegt. Die Abfrage dieser Geräte erfolgt bei Windows durch WMI. Unterstützt werden ferner auch Linux, Mac OS X sowie jegliche über das Netzwerk erreichbaren Gerätetypen. Dazu zählen Netzwerkkomponenten, Drucker, falls sie über IP angesprochen werden, VoIP-Telefone etc. Für diesen Test luden wir die aktuelle Version 1.6 von der Website des Herstellers. Ein Handbuch, einen Getting-Started- oder Setup-Guide gibt es nicht. An Systemvoraussetzungen verlangt das Tool nur eine 700-MHz-Pentium-CPU, der PC sollte aber mit 512 MByte RAM ausgestattet sein. An Betriebssystemen für die Verwaltungskonsole unterstützt Spiceworks lediglich Windows XP Professional SP2, Vista und den Windows Server 2003. An Browsern kann der Internet Explorer 6.0 bis 7.0 oder Firefox 1.5 bis 2.0 zum Einsatz kommen. Für den Test verwendeten wir Windows XP mit SP2 und den IE 6.0.
Die gut 6 MByte große Download-Datei benötigt nach dem Entzippen bei der Installation 24 MByte. Abgefragt wird nur eine Port-Nummer, hier beließen wir es bei der Voreinstellung von Port 80. Nach zirka einer Minute ist das Setup abgeschlossen. Beim ersten Aufruf startet ein Setup-Assistent. Er verlangt das Hinterlegen von Benutzerangaben, E-Mail und Passwort. Diese Informationen werden zum Spiceworks-Server übertragen und dienen zur späteren Kommunikation. Dann ist eine Authentifizierung erforderlich, die als Basis für das Inventar verwendet wird. Der hier spezifizierte Account muss Administratorrechte auf den zu untersuchenden Geräten besitzen. Anschließend bietet das Tool an, das Netzwerk zu inventarisieren. Standardmäßig war dabei nur die lokale IP-Adresse 127.0.0.1 eingetragen. Durch eine Option „Change Settings“ passten wir den IP-Bereich auf das eigene Segment an.
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(zoom) Mit der Erkennung der Geräte hat das Tool noch seine Schwierigkeiten, IP-Adressen macht es zu einem Zahlensalat |