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Verkabelung

Spezifikationen von Kategorie 6A und Cat. 6A

Kat. 6A: Verwirrung vorprogrammiert

Von Hans-Jürgen Niethammer/jos Hans-Jürgen Niethammer ist als Head of Program Management EMEA bei AMP Netconnect Tyco Electronics tätig.

 

13. August 2009

Im internationalen Verkabelungsstandard ISO/IEC 11801 wird es in naher Zukunft neue Definitionen für Kategorie 6A und 7A geben. Dies führt zu einem erheblichen Aufklärungsbedarf auf dem Markt.

 
 

(zoom) Tabelle 1. Die Namensgebung bei ISO/IEC, Cenelec und EIA/TIA sorgt für Konfusion.

Als 2004 die Normierungsarbeiten für IEEE 802.3an (10 GBit/s Ethernet über Kupfer) begannen, wurde schnell klar, dass zur Erfüllung der Applikationsanforderungen eine neue Channel-Definition für Kupferverkabelungen notwendig sein würde. Dieser Tatsache Rechnung tragend haben die internationalen Normierungskomitees bereits vor der Ratifizierung von IEEE 802.3an (10GBase-T) im Jahr 2006 damit begonnen, Übertragungskanäle zu definieren, die diese Anwendung unterstützen.

Normativer Hintergrund

Aufgrund der „räumlichen Nähe“ zu IEEE hat das US-amerikanische Normierungskomitee von EIA/TIA mit seiner Standarderweiterung 568B.2 Addendum 10 die Neudefinition als weltweit erstes Komitee erledigt. Dort existieren seit April 2008 komplette Cat.-6A-Definitionen für Channel, Permanent Link und Komponenten. Einer der Hauptgründe für die schnelle Umsetzung war wahrscheinlich die Aussage von IEEE, dass man 10GBase-T über die vollen 100 m Channel-Länge nur mit geschirmten Klasse-E- beziehungsweise Klasse-F-Systemen umsetzen könne, während Klasse-E-UTP-Systeme diese Applikation nur bis maximal 55 m unterstützen (in der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass die Wahrheit irgendwo bei 37 m liegt).

Da Klasse F in EIA/TIA gar nicht definiert ist und geschirmte Systeme nur rudimentär behandelt werden, musste man sehr schnell die Cat. 6A definieren, um den großen UTP-Markt in den USA nicht mangels geeigneter Verkabelungsdefinitionen den geschirmten Systemen zu überlassen. Ein Resultat der schnellen Umsetzung ist, dass die EIA/TIA-Definitionen sehr nah an den entsprechenden Channel-Anforderungen der IEEE-802.3an-Applikation liegen.

ISO/IEC hat einen anderen Ansatz gewählt. Da man sich dort mit weltweit gültiger Normierung beschäftigt, waren die Experten weniger an einer applikationsnahen, sondern mehr an einer universellen Verkabelungsdefinition interessiert, die idealerweise bereits zukünftige Entwicklungen und Trends berücksichtigt. Aus diesem Grund startete die ISO/IEC JTC1 SC25 Working Group 3 die Spezifikation von Klasse EA und Klasse FA. Im April 2008 wurden im so genannten Amendment 1 zu ISO/IEC 11801 die Channel-Definitionen für die neuen Klassen EA und FA ratifiziert, die dem Anwender Planungssicherheit geben. Im nächsten Schritt – sehr wahrscheinlich noch in diesem Jahr – werden im Amendment 2 die beiden noch fehlenden Definitionen für den Permanent Link und die Komponenten folgen. Die in Europa gültige EN 50173-1 folgt relativ strikt der ISO/IEC 11801 und setzt die internationalen Definitionen nach deren Ratifizierung um.

Weitere Bilder zum Artikel

(zoom) Tabelle 2. PS-NEXT-Vergleich bei ISO/IEC 11801 Amd. 1+2 und EIA/TIA 568-B.2 Add. 10.

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