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Verkabelung

Trends bei USV-Systemen

Wirkungsgrad, Auslastung und Skalierbarkeit im Fokus

Von Doris Piepenbrink

 

18. Juni 2008

Der Stromverbrauch ist nun auch in das Blickfeld der IT-Leiter gerückt und nicht mehr allein Sache der Hauselektrik. So stellen die Hersteller von unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USVs) bei Neuentwicklungen vor allem Parameter wie einen hohen Wirkungsgrad und Skalierbarkeit für eine möglichst optimale Auslastung sowie den netzrückwirkungsfreien USV-Betrieb in den Mittelpunkt. Wichtig für eine hohe Verfügbarkeit ist außerdem die Wahl der Batterien.

 
 

Moderne Online-USVs arbeiten heute ohne Transformatoren und mit einem IGBT-Gleichrichter (IGBT: Insulated-Gate Bipolar Transistor). Sie erzielen damit nicht nur einen höheren Wirkungsgrad, sondern benötigen auch weniger Eisen und Kupfer. So erreichen zum Beispiel die Multiplus-Systeme von Riello heute selbst bei Halblast und darunter noch einen Wirkungsgrad von 96 Prozent. Außerdem ist bei solchen Lösungen ein netzrückwirkungsfreier Betrieb mit Leistungsfaktorkorrektur möglich. Und nicht nur bei Transformatoren lassen sich kritische Rohstoffe und damit Kosten einsparen. Laut Stefan Voß, Geschäftsführer von Riello USV, gibt es auch bei Batterien Entwicklungen weg vom Blei und hin zu Lithium-Nickel-Batterien. Derzeit soll die Automobilindustrie solche Batterien testen. Das geschehe nicht allein aus Umweltschutzgründen, sondern auch wegen den schlecht kalkulierbaren Preisschwankungen für Blei.

Einen speziellen Weg bei der Energie- und damit Kostenersparnis ging AEG Power Supply Systems mit der Betriebsart Ecomode+. Der Hersteller entwickelte sie für seine dreiphasigen Online-USVs Protect 3, 4 und 5 (bis 1000 kVA). Diese USVs sollen sich auch für das Industrieumfeld eignen, wo speziell am Ausgang der USV Überspannungen oder Kurzschlussströme aus dem Betriebsumfeld auftreten. Da IGBT-Wechselrichter darauf empfindlich reagieren und durchlegiert werden können, besteht die Gefahr, dass die Gleichspannung des Zwischenkreises an den Verbrauchern anliegt und dadurch zum Beispiel Industrie-PC- oder Steuerungsanlagen zerstört. Aus diesem Grund enthalten diese USVs weiterhin Transformatoren am Ausgang, die eine galvanische Trennung von Zwischenkreis und Ausgang gewährleisten. Um dennoch auf einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu kommen, entwickelte AEG die Betriebsart Ecomode+. In diesem Modus aktivieren die USVs den Wechselrichter nur bei einer Abweichung vom vorab spezifizierten Spannungs- oder Frequenzbereich. Ansonsten werden die angeschlossenen Verbraucher über die integrierte parallele elektronische Umschalteinrichtung (EUE) direkt aus dem Netz versorgt. Die Rückschaltung in den Ecomode+ erfolgt laut Herstellerangaben automatisch und unterbrechungsfrei, und das System erzielt damit angeblich insgesamt einen Wirkungsgrad von 98 Prozent. Laut Horst Münnich, Channel Manager bei AEG Power Supply Systems, könne ein Anwender mit dieser Betriebsart die Energiekosten für eine 220-kVA-USV um bis zu 8500 Euro jährlich senken. Anwender, die entsprechende AEG-Systeme noch ohne diesen Modus in Betrieb hätten, könnten sie laut Münnich damit nachrüsten.

Weitere Bilder zum Artikel

(zoom) Das USV-System Liebert NXL erreicht einen Wirkungsgrad von 95 Prozent ohne Derating und ist für 250 kVA, 300 kVA und 400 kVA erhältlich

(zoom) Die Leistung einer modularen USV-Anlage kann leicht durch weitere Module erhöht werden Quelle: Newave

(zoom) Der Hersteller Effekta bietet für seine USVs auch umweltfreundliche Brennstoffzellen an (Bild) oder ermöglicht den Anschluss an eine Solaranlage

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