Noch vor wenigen Jahren stand über der Cloud ein großes Fragezeichen. Unternehmen hegten Bedenken hinsichtlich Kosten, Sicherheit und Verlässlichkeit der neuen Technologie. Das ist heute Vergangenheit. Unternehmen fragen sich jetzt nicht mehr ob, sondern wie sie die Cloud für sich nutzen können.

Die Cloud hat in der IT-Landschaft für eine beinahe beispiellose Umwälzung gesorgt. Dabei waren Unternehmen zu Beginn noch skeptisch: Wie sicher sind meine Daten in der Cloud? Sind Cloud-Anwendungen zuverlässig verfügbar, wie wenn ich sie vor Ort betreibe? Wie teuer wird der Umzug von Workloads in die Cloud? Was kostet der Betrieb? Wie steht es um den Datenschutz? Um die Cloud-Revolution auf den Weg zu bringen, war deshalb nicht nur technische Expertise nötig, sondern auch sorgfältige Überzeugungsarbeit.

Diese Ängste und Zweifel sind heute weitgehend passé, wie eine Umfrage des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research verdeutlicht. 85 Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen sich demnach aktiv mit der Cloud, für 25 Prozent ist sie in der IT-Strategie bereits ein fester Bestandteil. Die Zahlen zeigen, dass die Cloud-Revolution im Grunde vorbei ist – denn sie hat sich auf breiter Front durchgesetzt. Doch wie geht es weiter? Das Ende der Revolution markiert den Anfang der Weiterentwicklung. Jetzt geht es um konkrete Geschäftsmodelle und Anwendungen.

Parallel zu ihrem Aufstieg ist das digitale Zeitalter angebrochen. Die Rolle der IT-Abteilung hat sich gewandelt – vom Kostenfaktor zum zentralen Wertschöpfungstreiber. Entsprechend nehmen Unternehmen auch die Cloud als Wachstumsmotor und Erfolgsfaktor bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle wahr. Wohin die Reise gehen kann, demonstrieren Unternehmen wie Uber und Airbnb. Mit ihren Cloud-basierten Angeboten ist es ihnen gelungen, die in der Hotel- und Transportbranche übliche Distanz zwischen Anbietern und Abnehmern von Dienstleistungen zu verringern. Damit haben sie zudem zwei jahrhundertealte Wirtschaftsbereiche vollständig auf den Kopf gestellt.

Den Cloud-Erfolg von Uber und Airbnb würden viele Unternehmen gerne kopieren. Tatsächlich lässt sich von solchen Vorreitern viel lernen, zum Beispiel über die Bedeutung von Kundennähe und Nutzerfreundlichkeit. Aber auch beim Aufbau neuer IT-Systeme kann das Expertenwissen von Dritten hilfreich sein. Denn vielen Unternehmen mangelt es schlicht noch an Erfahrung im Umgang mit Cloud-Technologien.

Die Integration der Cloud in den Geschäftsalltag eröffnet Marktteilnehmern neue Chancen und Investitionsfelder. Vier Bereiche sind aktuell besonders wichtig:

  • „Infrastructure as a Service“-Modelle (IaaS): IaaS-Lösungen entwickeln sich durch die wachsende Migration von Daten und Anwendungen in externe Rechenzentren immer mehr zur Norm. Sie garantieren nicht nur die höchsten Sicherheitsstandards, sondern bieten zudem auch komfortable Migrations-Tools, die Kosten und Zeitaufwand für Umzüge erheblich reduzieren. So können Unternehmen ihre anfänglichen Bedenken hinter sich lassen und Anwendungen flexibel in die Cloud auslagern.
  • „Platform as a Service“-Modelle (PaaS): Big Data, Enterprise Collaboration und das Internet der Dinge gehören momentan zu den größten Wachstumsfeldern für die Cloud. Unternehmen, die zu Beginn nur einzelne Anwendungen in die Cloud migriert haben, suchen nun nach Möglichkeiten, auch diese Workloads in die Cloud auszulagern. Hier kommen „Platform as a Service“-Modelle ins Spiel, die es Unternehmen erlauben, sich auf ihre Geschäftsanwendungen zu konzentrieren.
  • Anbieterunabhängigkeit: Die Cloud ist kein Strohfeuer, sondern eine Technologie mit Zukunft. Daher geht es beim Aufbau von Cloud-Strukturen immer auch darum, langfristige Perspektiven zu schaffen. Unternehmen nutzen dazu vermehrt Container-Technologien und Microservice-Architekturen. Container erzeugen eine Abstraktionsschicht, dank der sich Applikationen isoliert und unabhängig von den zugrundeliegenden Systemen betreiben lassen. Eine spätere Migration von Anbieter zu Anbieter stellt dann kein Problem mehr dar. Microservices sind kleine selbstständige Softwarekomponenten, die einzelne, in sich abgeschlossene Funktionen erledigen und modularisiert in verteilten Architekturen laufen – auch sie sorgen somit für mehr Flexibilität.
  • Monitoring und Management der Cloud: Für viele Unternehmen geht es nicht mehr darum, auf die Cloud umzusteigen. Das ist längst gelungen. Nun wollen sie die Technik für ihre eigenen Zwecke optimieren. Hierbei geht es vor allem um Automatisierung und integriertes Monitoring. Damit das über Anwendungen und Infrastrukturen hinweg funktioniert, bedarf es entsprechender Schnittstellen und Plattformen.

Aus modernen IT-Landschaften ist die Cloud längst nicht mehr wegzudenken. Binnen weniger Jahre hat sie für eine weitgehende Reorganisation der Unternehmens-IT gesorgt, jetzt folgt eine evolutionäre Weiterentwicklung der Cloud-basierten Prozesse und Lösungen. Unternehmen interessieren sich heute dafür, wie sie ihre bestehenden Cloud-Services zu noch mehr Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit verhelfen können. Gleichzeitig planen sie die Migration weiterer Anwendungen in die Cloud. Gegenwärtig rücken daher die Detailfragen der Cloud-Nutzung in den Vordergrund – ohne dass der Blick für das große Ganze dabei verloren geht.

Diese vier Cloud-Bereiche sind für Mindtree besonders wichtig. Bild: Mindtree

Manoj Karanth ist Head of Big Data, Analytics, Cloud Devops und Digital Business bei Mindtree ().