Auf seiner mit rund 14.500 Teilnehmern größten Hauskonferenz seit Firmengründung flutete Dell Technologies die Hallen des Sands Expo Geländes in Las Vegas mit Neuigkeiten für die Modernisierung, Automatisierung und Transformation von Rechenzentren. Hauptthemen waren dabei All-Flash Storage, Software-Defined Storage (SDS), Netzwerke und hyperkonvergente Infrastrukturen, hybride Clouds und sichere Daten.

Seitdem sich Dell vor gut anderthalb Jahren EMC einverleibt hat, gilt Dell Technologies in fast allen Schlüsselbereichen der IT als Nummer eins. Mit seinem breiten Portfolio immer besser aufeinander abgestimmter IT-Lösungen aus einer Hand gebe es kein Unternehmen, das die IT-Transformation als wesentlichen Schritt der digitalen Transformation kompetenter begleiten könne.

Im Bereich Netzwerke verweisen die Auguren Dell EMC derzeit noch auf die Plätze, hier versucht das Unternehmen mit Partnerschaften zu einschlägigen Herstellern, etwa mit Cisco, die Lücken im eigenen Portfolio zu schließen. Für speziellere Netzwerkprobleme unterhält Dell auch Partnerschaften zu kleineren Technologieschmieden wie etwa Arista Networks, deren Gründer und CEO Andy Bechtolsheim auf der Dell EMC World als einer der Experten auf den „Guru-Sessions“ auftrat.

Dell EMC sieht sich selbst gerne als Open-Networking-Pionier und will jetzt auf dieser Schiene richtig Gas geben. „Bei Dell EMC sind wir fest davon überzeugt, dass Netzwerke am besten arbeiten, wenn sie offen sind, und Anwendern aller Größenordnungen ein Maximum an Wahlmöglichkeiten und Funktionen bieten“, so David Goulden, President von Dell EMC auf seiner Keynote in Las Vegas. „Wir zerlegen Netzwerksystemsoftware in offen zugängliche Bestandteile und entkoppeln sie von Hardware-Plattformen. Unternehmen können sich so von rigiden und proprietären Umgebungen der alten Welt befreien und auf Basis der Software-definierten Prinzipien um Innovationen jeder Größenordnung kümmern.“

Auf der Dell EMC World untermauerte der Hersteller sein Engagement auf diesem Gebiet mit einer Reihe von Switches, einer im Open Networking-Feld neuen Leistungsklasse. Sie sind mit einer neuen Version des Open-Source-basierten Dell EMC Netzwerkbetriebssystems ausgestattet. Top-Produkt ist der 25 GbE Open Networking Switch S5100-On, dessen Uplinks für die Rack-zu-Rack-Kommunikation mit 100 GbE arbeiten. Dell EMC positioniert ihn im Umfeld von Unternehmen und Cloud- Service-Providern, bei denen es um hohe App- und Serviceleistung geht.

Beim neuen S4100-On handelt es sich um einen 10 GbE Top-of-Rack Open Networking Switch für die Zusammenführung von LANs und SANs innerhalb eines Racks. Im Uplink liefert auch dieser Switch 100 GbE-Ports. Zu dieser Switch-Familie gehört auch der neue S4148U, der sowohl Ethernet-, als auch Fibre Channel-Verkehr vermittelt. Dell EMC will damit eine leistungsstarke Brücke zu seinen Speicherlösungen bereitstellen. Am unteren Ende rundet der neue Campus-Switch N1100-On das Angebot ab.

Der S5100-On und der S4100-On, deren Auslieferung für Mitte dieses Jahres geplant ist, sollen die ersten Switches werden, die mit der neuen OS10 Enterprise Edition als Betriebssystem arbeiten. OS10 basiert auf Open-Source-Technologien der Linux Foundation und des Open-Compute-Projekts. Als modulares und programmierbares Netzwerkbetriebssystem soll es sich sowohl für traditionelle Netzwerkaufgaben als auch für Devops-Umgebungen eignen.

OS10 Enterprise Edition bietet ab Werk im Wesentlichen grundlegende Ebene-2- und Ebene-3-Netzwerkfunktionen. Anwender sollen es aber leicht an unterschiedliche Szenarien anpassen können. Dadurch können sie laut Dell beispielsweise zusätzliche Open-Source-Funktionen integrieren, Linux Applikationen von Drittherstellern hinzufügen, oder eigene Software entwickeln.

Passend zum S5100-On-Switch präsentierte Dell EMC auf dem Vegas-Event den Poweredge-14-Server, die 14. Generation seines High-end Server-Systems, jetzt mit eingebauter 25 GbE-Unterstützung. Die für Anfang der zweiten Jahreshälfte 2017 erwarteten Server basieren auf den in Kürze erwarteten Intel Xeon Prozessoren der Scalable-Familie. Aus diesen Prozessoren resultieren eine Reihe von Eigenschaften hinsichtlich Leistung, Effizienz und Sicherheit der Server.

Dell EMC hat in Las Vegas eine Vorschau auf die kommende 14. Generation der Poweredge Server gegeben. Bild: Dell EMC

So veredelt Dell EMC die Prozessoren in den neuen Servern zu einer skalierbaren Business-Architektur, die Unternehmen erlauben soll, auf dynamische Geschäftsanforderungen mit einer Leistung zu reagieren, die sowohl für herkömmliche als auch Cloud-native Workloads geeignet ist. Die neuen Server sollen bis zu 50 Prozent mehr Nutzer von virtuellen Desktop-Infrastrukturen (VDI) pro Server bedienen, als die vorangegangene Generation. Als weitere Neuerung führt Dell EMC für seine neuen Server ein vereinheitlichtes System-Management an. Die dafür nötige „Openmanage Enterprise“-Konsole wird aber voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres kommen.

Die schon in den Prozessoren angelegten neuen Sicherheitsfunktionen präsentieren sich im fertigen Server in Form von Funktionen für den erweiterten Schutz vor Cyberangriffen und ungewollten Konfigurationsänderungen. So sollen die Server über eine System-Lockdown-Funktion Veränderungen an der Konfiguration blockieren, die Schwachstellen verursachen und sensible Daten Gefahren aussetzen. Eine Cyber-Resiliance-Architektur ist mit Funktionen wie Secureboot, BIOS-Wiederherstellung und signierter Firmware ausgestattet. Zusammen mit der Redfish-kompatiblen Idrac Restful API schützen sie, so Dell EMC, wirksam vor Cyberangriffen.

„Wir zerlegen Netzwerksystemsoftware in offen zugängliche Bestandteile und entkoppeln sie von Hardware-Plattformen“, sagt David Goulden, President von Dell EMC auf seiner Keynote in Las Vegas. „Unternehmen können sich so von rigiden und proprietären Umgebungen der alten Welt befreien und auf Basis der Software-definierten Prinzipien um Innovationen jeder Größenordnung kümmern.“

Stefan Mutschler.