NetApp hat auch in diesem Jahr mit seiner Hauskonferenz „NetApp Insight“ wieder in Berlin Halt gemacht. Vom 13. bis 16. November nutzten fast 4.000 Teilnehmer die Gelegenheit, sich über neue Produkte und die zukünftige Ausrichtung von NetApp zu informieren.

Unter dem Titel „Change the World with Data“ waren Daten auch in diesem Jahr das alldurchdringende Thema. „Data hat Storage als größtes Problem bei unseren Kunden abgelöst“, erläuterte Alexander Wallner, SVP and GM EMEA bei NetApp (siehe Bild oben). Ziel des Herstellers sei es, in Zeiten von steigenden Datenmengen und hybriden Umgebungen eine „Datenautorität“ zu etablieren. Dies bedeutet, den Lebenszyklus von Daten komplett abzudecken, also von ihrer Entstehung über ihren Transport bis hin zu ihrer Speicherung, Analyse und Zerstörung, so Wallner.

Im Mittelpunkt dieser Strategie steht die hauseigene Data Fabric, die der Hersteller erstmals 2014 noch als Vision auf der damaligen Insight vorgestellt und bereits im letzten Jahr auf der Hauskonferenz als zentraler Bestandteil des Portfolios präsentiert hat. Mit der Data Fabric sollen Unternehmen in der Lage sein, ihre Daten frei zu verwalten, unabhängig davon, ob sie sich im lokalen Rechenzentrum, im Next-Generation Datacenter oder in der Public- oder Multi-Cloud befinden. „Wir wollen eine offene Architektur bieten, die es unseren Anwendern erlaubt, auch in vier oder acht Jahren noch entscheiden zu können, welche Optionen sie wählen“, sagte Wallner. Denn viele Unternehmen stehen, so der NetApp-Manager, noch am Anfang ihres digitalen Weges, da sie ihre Cloud-Strategie entweder noch nicht abgeschlossen oder einen möglichen Vendor Lock-in befürchten.

Die Strategie von NetApp fußt hierbei auf drei Pfeilern: zum einen auf der Nutzung der hybriden Cloud, um Daten flexibel und sicher nach Belieben bewegen zu können, und zum anderen auf dem Erschaffen eines Next-Generation Datacenters, um die QoS und die Skalierbarkeit, die moderne Applikationen benötigen, liefern zu können; drittens auf der Modernisierung von Storage, um moderne Datendienste auf bestehende Applikationen ausweiten zu können. „Daten können Unternehmen dabei helfen, ihr Geschäft voranzubringen, indem sie datenbasierte Entscheidungen treffen. Sie können aber auch ein großes Chaos erzeugen, wenn sie nicht richtig verwaltet werden“, erläuterte Wallner.

Chief Data Officer nimmt seine Arbeit auf

Das sind laut IDC die Hauptmerkmale eines „Data Trivers“. Bild: NetApp

Eine IDC-Studie mit dem Titel „Become a Data Thriver“, die das Analystenhaus im Auftrag von NetApp durchgeführt hat, soll diese Thesen untermauern. Darin heißt es unter anderem, dass die sogenannten Data Thrivers (von „to thrive“, was „prosperieren“ bedeutet) ihre Effizienz um das Sechsfache, ihre Kundenakquise um das Dreifache und den Umsatz um das Doppelte steigern konnten. Darüber hinaus stuft IDC in der Studie Unternehmen anhand der Adaption von datengetriebenen Entscheidungen ein. Demnach sind 18 Prozent sogenannte Data Resisters, also Datenresistente, während 34 Prozent Data Suvivors („Datenüberlebende“) und 22 Prozent der Unternehmen laut IDC Data Responders sind, also auf ihre Daten reagieren. 15 Prozent stufen die Marktanalysten in der Studie als Data Synergizers ein, die mit ihren Daten interagieren. Lediglich elf Prozent verorten die Analysten als Data Thrivers.

Weitere Erkenntnisse der Studie sind unter anderem, dass weltweit bereits 47 Prozent der Unternehmen die Position eines sogenannten Chief Data Officers geschaffen haben. Zum Vergleich: In Europa haben nur 27 Prozent der Organisationen einen CDO eingestellt. Die Kreation eines solchen Aufgabenbereichs zeigt laut NetApp die Bedeutung, die Daten in Organisationen mittlerweile haben. Zudem setzen laut Studie 56 Prozent der weltweiten Unternehmen auf die Hybrid Cloud (EMEA: 48 Prozent) und 34 Prozent von ihnen haben bereits Daten in der Public Cloud gespeichert (EMEA: 32 Prozent). „Die datengetriebene Transformation ist Realität“, deutet Jean English, Chief Marketing Officer und Senior Vice President bei NetApp die Ergebnisse der Studie.

Für die NetApp-Kunden bedeutet das zahlreiche Herausforderungen, die sie bewältigen müssen, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Laut Matt Watts, Data Strategist und Director of Technology bei NetApp, sind das die übergeordneten Punkte Sicherheit (Datenschutz und Verschlüsselung), Effizienz (On-Premise und in der Cloud), Zukunftssicherheit und Wahlfreiheit. Das bedeutet, dass das Unternehmen selbst entscheidet, welche Plattformen, Services oder Lösungen diese Bedürfnisse am ehesten erfüllen. Eine solche Wahlfreiheit bietet seiner Meinung nach die Data Fabric. „Unser Ziel ist es, dass die Data Fabric Best of Breed und Next-Generation-Lösungen zusammenbringt und gleichzeitig an die Cloud angebunden ist“, erläuterte Watts. Dies gelinge der Data Fabric, indem die Plattform starke und saubere APIs verwende. Auf diese Weise sollen Nutzer entscheiden können, wo und wie sie ihre Daten speichern und diese – unabhängig von ihrem Standort und der gewählten Plattform – übergreifend managen können.

Zusammenarbeit mit Fujitsu

Nflex hat NetApp gemeinsam mit Fujitsu entwickelt. Bild: NetApp

Neben der strategischen Ausrichtung hat NetApp auf der Insight auch das neue Angebot Nflex vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine CI-Appliance (Converged Infrastructure), die der Flash-Spezialist gemeinsam mit Fujitsu konzipiert hat. Zwar hat NetApp mit FlexPod schon eine CI-Produktreihe im Portfolio, jedoch basiert diese auf Cisco-Hardware. „Mit Nflex können wir nun auch eine Alternative mit Hardware eines weiteren Herstellers anbieten“, erklärte Jean-Francoise Marie, Director Product and Solutions Marketing EMEA bei NetApp. Nflex sei nur für die EMEA-Region gedacht und wird in der Fujitsu-Fabrik in Augsburg gefertigt. Die Markteinführung ist für Anfang 2018 geplant.

Die Lösung erlaubt nach Herstellerangaben eine modulare Anpassung, bietet vorkonfigurierte Erweiterungspakete, Support aus einer Hand und ein integriertes Management via Fujitsus ISM (ServerView Infrastructure Management). Zudem umfassen die Nflex-Systeme die High-Density-x86-Server Primergy CX400 M4 von Fujitsu und bieten die Möglichkeit, NetApps AllFlash FAS A-Series oder Hybrid-Flash-FAS-Systeme mit der herstellereigenen Data-Management-Software Ontap zu integrieren. Außerdem soll die Lösung die Implementierung und den Betrieb von virtualisierten Umgebungen deutlich vereinfachen. Die CI-Systeme sind laut NetApp ab Werk vorkonfiguriert, installiert und getestet, sodass sie bereits vom ersten Tag an einsatzbereit sind. Unternehmen seien so in der Lage, genau die Konfiguration zu wählen, die ihren Anforderungen entspricht, und die Anzahl ihrer Server-Knoten sowie die Memory- und Storage-Kapazitäten anzupassen. Zudem besteht die Möglichkeit, die Storage-Art (Hybrid oder Flash) zu bestimmen. Als Hypervisor kommt vSphere zum Einsatz.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.