Für F5 Networks ist die Applikation der Nabel der (IT-)Welt. Auf der Agility in Barcelona propagierte das Unternehmen daher einmal mehr seine App-zentrische Sicht der Dinge – diesmal mit Fokus auf aktuelle Herausforderungen durch Trends wie Multi-Clouds, IoT und Security. Dazu gab es eine Reihe von Produktankündigungen. Zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Foresight Factory wagte F5 einen Blick in die Glaskugel: Die Studie „The Future of Apps“ kommt zu teilweise sehr erstaunlichen Ergebnissen.

Unternehmen beschränken sich laut F5 nicht auf eine einzige Cloud. Bereits heute nutzen sie mehrheitlich die Angebote mehrerer Public-Cloud-Anbieter, meist noch hybrid ergänzt um eine oder mehrere Private Clouds. Laut hauseigenem Report von F5 (2017 State of Application Delivery Report) beträgt der Anteil der Unternehmen, die für ihre Cloud-Migration mehrgleisig fahren, aktuell satte 80 Prozent. „Das Management all dieser Umgebungen mit unterschiedlichen Tool-Sets und Orchestrierungstechnologien bereitet allerdings nicht selten erhebliche Schwierigkeiten“, sagt Sangeeta Anand, Senior Vice President für Product Management und Product Marketing bei F5 Networks. „Wenn Clouds selbst bestimmte Services für Applikationen bereitstellen, tun sie dies meist in einer Weise, die nicht portabel genug und zu situationsspezifisch ist. Überdies wird kein hinreichendes Schutzlevel geboten. Das F5-Portfolio mit Multi-Cloud-Lösungen hingegen gibt Unternehmen die Freiheit, jede Anwendung überall zu betreiben – und zwar mit konsistenten Application Services auf einem kompromisslos hohen Sicherheitsniveau.“

Ganz so weit ist es faktisch noch nicht, aber mit den Ankündigungen von der Agility kommt das Unternehmen diesem Ziel ein gutes Stück näher. So bot F5 seine Application Services seit etwa einem halben Jahr für die Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure an. In der jüngsten Version der Big-IP Virtual Edition unterstützt F5 nun auch die Google Cloud. Damit bedient das Unternehmen nun immerhin die drei größten Public-Cloud-Angebote mit konsistenter Sicht auf und einheitlichem Management für Cloud-Apps. F5 verspricht dabei ein durchgängig einheitliches und sehr hohes Sicherheitsniveau. Ergänzend dazu gibt es nun mit den Cloud Solutions Templates vorgefertigte Musterlösungen für den Einsatz von F5 Services in verbreiteten Public-Cloud-Einsatz-Szenarien. Neben den drei Public-Cloud-Umgebungen stehen diese Templates auch für Openstack-Private-Cloud-Umgebungen zur Verfügung.

Beim Einsatz privater Cloud-Umgebungen geht die F5-Unterstützung noch einen Schritt weiter: Das neue Private Cloud Solution Package kommt mit bereits vorab getesteten, zertifizierten und gebündelten F5-Lösungen, mit denen sich die Einsatzautomatisierung in privaten Openstack-Umgebungen stark vereinfachen lassen soll.

„Wenn Clouds selbst bestimmte Services für Applikationen bereitstellen, tun sie dies meist in einer Weise, die nicht portabel genug und zu situationsspezifisch ist“, erklärt Sangeeta Anand, Senior Vice President für Product Management und Product Marketing bei F5 Networks. „Überdies wird kein hinreichendes Schutzlevel geboten.“ Bild: F5 Networks

Container-Technologien gehören laut F5 zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen App-Entwicklung. Mit zwei neuen Produkten unterstützt F5 jetzt seine Nutzer beim Umgang mit Container-Umgebungen: Der Lightweight Application Services Proxy soll für mehr Flexibilität bei der Bereitstellung, bei Tests und der Skalierung von Applikationen sorgen, ein neuer Container Connector soll die Nutzung von App-Services in Container-Umgebungen ebenso wie die Integration von Funktionen in die Management- beziehungsweise Orchestrierungssystemen von Kubernetes und Mesos/Marathon erleichtern.

Auf der Agility hat F5 auch eine neue Studie veröffentlicht, die aktuelle App-Megatrends vor dem Hintergrund aufkommender Technologien wie Künstliche Intelligenz, Edge Computing und Blockchain-Technologien beschreibt und in die Zukunft projiziert. Eine der auf den ersten Blick kaum nachvollziehbaren Empfehlungen der Studie: Organisationen sollten umgehend neue Modelle für proaktive Formen der Zusammenarbeit mit hoher Transparenz etablieren. Die Studienautoren gehen davon aus, dass sichere und verbraucherorientierte Praktiken im Umgang mit sensiblen Daten künftig einen ähnlich hohen Stellenwert als Benchmark haben könnten wie heutige Nachhaltigkeits- und Umweltstandards. Ralf Sydekum, Technical Manager DACH bei F5, erläutert: „Um auch in Zukunft noch erfolgreich Geschäfte tätigen und technologisch an vorderster Front zu sein, müssen sich Unternehmen eine Reihe von Schlüsselfaktoren zu eigen machen. Höchste Priorität für die digitale Ökonomie haben Veränderungen in der Art, wie wir mit Kunden interagieren und sensible Informationen absichern. Die Märkte bewegen sich immer schneller, der Wettbewerb agiert immer klüger, und Händler wie auch Verbraucher wollen noch sicherer sein, wenn sie Handel treiben. Weitere Schlüsselerkenntnisse der Studie:

  • Apps verbessern die Qualität von Entscheidungen
  • Aus Augmented und Virtual wird Individual Reality
  • Dezentralisierung erlebt dank Blockchain und Edge Computing Renaissance

Beispiel Individual Reality: Im Zuge von Mixed Reality und neuen Hardware-Innovationen sollen sich App-Schnittstellen grundlegend wandeln: Der Aufenthaltsort verliert für viele Kommunikationsaspekte an Bedeutung, während die Lern- und Erfahrungsfähigkeit von Apps ein Gefühl von individueller Realität erzeugen.

 

Stefan Mutschler.