In Zeiten zunehmender Hacker-Angriffe wird der Schutz von Daten immer wichtiger. Rechenzentren sind aufgefordert, ihre Server-Racks gegen ungewollte Zugriffe zu sichern – nicht nur digital durch komplizierte Verschlüsselungen oder Firewalls, sondern auch physisch.

Zur Sicherung von Server-Schranktüren hat sich eine Kombination aus elektromechanischem Griff, Software und Funktechnik bewährt. Dieses Sicherheitssystem ermöglicht einen personalisierten Zugriff auf den Schrank sowie eine permanente Überwachung und Kontrolle der Öffnungs- und Schließvorgänge. Realisiert ist die Lösung durch kabellose Verschlüsse, die sich über RFID-Karten öffnen lassen. Eine netzwerkfähige Steuereinheit ermöglicht zudem eine nahtlose Implementierung des Verschlusssystems in vorhandene Sicherheitskonzepte.

Um Server-Schranktüren von hochsensiblen Bereichen zu öffnen, müssen sich die Mitarbeiter ausweisen und eine Zugangsberechtigung besitzen. Die Autorisierung erfolgt meist über RFID-Karten oder über den Scan des individuellen Fingerabdrucks. Nachdem der Mitarbeiter den Griff am Server-Schrank berührt hat, ist dieser aktiviert und blinkt. Der im Griff integrierte Kartenleser liest die RFID-Karte und identifiziert darüber den Benutzer.

Drahtlos per Funk überträgt der Griff die Karteninformation daraufhin zu einem im Raum installierten Funkmodul (Access Unit). Bis zu 1.200 Griffe lassen sich über diese Einheiten im gleichen System verwalten. Die Access Units sind über Kabel mit einer zentralen Steuereinheit (Control Unit) verbunden. „Diese Control Unit ist gewissermaßen das Gehirn des Systems“, so Martin Grunert, Leiter der Business Unit Emka Electronics. „Hier sind alle Zugangsberechtigungen hinterlegt. Stellt die Control Unit fest, dass der Mitarbeiter oder die Karte zur Öffnung des Server-Schranks berechtigt ist, leitet die Access Unit die entsprechende Information an den Griff zurück und dieser öffnet sich.“

Der Betreiber des Rechenzentrums erhält in Echtzeit alle Informationen zum aktuellen Zustand der Server-Schranktüren in seinem Management-System. Alle Öffnungs- und Schließvorgänge sind dort lückenlos protokolliert. Durch die Netzwerkanbindung der Control Unit ist außerdem eine Steuerung des Sicherheitssystems von jedem beliebigen Ort aus möglich. Über die Software Emka Control Cockpit verwalten die Betreiber von Rechenzentren ihre Zugangsberechtigungen und definieren Nutzerprofile, fügen Mitarbeiter hinzu oder entfernen sie. All dies geschieht von einen gewöhnlichen Arbeitsplatz aus. In den Rechenzentren der Unternehmen sind nicht selten viele Schranksysteme verschiedener Hersteller verbaut. Erfolgt ein Austausch der alten Schließvorrichtungen, muss das neue System ohne großen Aufwand diverse Schließmechanismen wie Schwenk-, Hebel-, Dreh- und Klappgriffe problemlos ersetzen. Die Installation der neuen Verschlusssysteme darf dabei den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen. Ein schneller und sicherer Austausch der mechanischen Verschlüsse ist daher essenziell. „Das Sicherheitssystem für Server- und Schaltschränke muss sich möglichst einfach montieren lassen. Arbeiten im Schrank sollten aus Sicherheitsgründen völlig vermieden werden“, betont Grunert.

Das Emka-Electronics-Rack-Management-System im Einsatz.

Für die sichere Ausstattung von Server-Schränken entwickelte der Marktführer für Verschlüsse, Scharniere und Dichtungen den batteriebetriebenen, kabellosen Schwenkgriff „Agent E“, der für nahezu alle marktüblichen Server-Schränke einsetzbar sein soll. In Kombination mit Software und Access Units ermöglicht dieses Online-System eine zentrale und kontinuierliche Überwachung aller Server-Schränke.

Der batteriebetriebene Schwenkgriff ist laut Grunert innerhalb weniger Minuten und ohne großen Aufwand montiert, in den Schränken ist dazu keinerlei Verkabelung nötig.

Schnelle Montage, lange Nutzungsdauer

Das System ist sofort funktionsbereit und lässt sich einfach erweitern. Werden beispielsweise zusätzliche Server-Schränke aufgestellt, sind diese über Funk direkt in das bestehende Netz integrierbar. „Diese Skalierbarkeit und Flexibilität ist neben der Sicherheit und Schnelligkeit bei der Montage der Griffe einer der großen Vorteile von Agent E“, betont Grunert. Agent E als batteriebetriebene, kabellose Variante ist über einen langen Zeitraum hinweg störungsfrei nutzbar: Emka garantiert einen sicheren und unterbrechungsfreien Betrieb über drei Jahre. Sinkt der Ladezustand der Batterien, informiert der Griff direkt das zentrale Management-System, und der Betreiber kann darauf reagieren.

Integration in vorhandene Konzepte

Da Griff und Access Unit nur miteinander kommunizieren, wenn Mitarbeiter den Griff berühren, ist der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert. Es erfolgt zudem in definierten Intervallen eine systemseitige Aktivierung der Griffe, um eine Statusprüfung und Synchronisation mit dem Management-System vorzunehmen. Der dabei erstellte Statusbericht gibt unter anderem auch Auskunft über den Ladezustand der Batterie. Falls die Energiezufuhr über die Batterie unterbrochen ist, ist der Griff auch über einen USB-Port mit Strom versorgbar. Ist der Funkbetrieb gestört, lassen sich die Server-Racks über sogenannte Masterkarten öffnen. Auch eine gewaltsame Betätigung des Griffs registriert das System sofort und sendet einen Alarm.

Mit dem Einsatz der Emka-Verschlusslösung regeln Betreiber den Zugriff unterschiedlicher Nutzergruppen auf die Server-Schränke. Dabei ist der elektromechanische Griff beispielsweise auch für Schaltschränke in Produktionsanlagen oder für andere abschließbare Schränke mit hochsensiblem Inhalt nutzbar. Im Unterschied anderen Sicherheitslösungen sei das Verschlusssystem sehr flexibel und für nahezu alle Schranktypen einzusetzen, so der Hersteller. Die in den Unternehmen häufig schon vorhandenen RFID-Transponderkarten sind dabei meist auch nach Einbau des neuen Schließsystems verwendbar. Die kabellose Variante lässt sich schnell und ohne großen Aufwand montieren und in vorhandene Konzepte integrieren. Installationszeiten verkürzen sich erheblich, was zusätzlich auch die Kosten senkt. Das intelligente Verschlusssystem verwaltet eine Vielzahl von Griffen und führt im Ergebnis zu einer deutlich erhöhten Sicherheit des Rechenzentrums.

Zusätzlich zur kabellosen Ausführung ist Agent E auch in einer kabelgebundenen Variante für zentral verwaltete Server-Schränke verfügbar. Die kabellose Stand-alone-Variante eignet sich hingegen für einen oder nur wenige Schränke, für die eine zentrale Überwachung nicht nötig ist. Diese Griffe sind dann mit einem USB-Port ausgestattet, über den die Konfiguration der Zutrittsberechtigungen direkt im Griff erfolgt. Zu den Einsatzszenarien zählen damit auch Außeninstallationen oder solche an schlecht zu erreichenden Standorten.

Firmen-Info
Info: Emka Beschlagteile
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Web: www.emka.com
Theresa Behner ist Fachautorin in Montabaur.