Abschied vom Gel
Üblicherweise verfügen LWL-Außenkabel über gelgefüllte Bündeladern. Der Zweck des Gels besteht darin, die Ausbreitung von Feuchtigkeit innerhalb des Kabels zu verhindern. So gesehen hat Gel bisher treue Dienste geleistet. Die überwiegenden Nachteile dieser Technik kommen erst beim Öffnen der Adern und bei den Vorbereitungen zum Spleißen der Fasern ans Tageslicht. Dann nämlich erschwert das Gel die Arbeit von Installateuren.
Bevor sich das Kabel überhaupt verwenden lässt, ist das gesamte Gel zu entfernen. Leichter gesagt als getan: Installateure können ein Lied davon singen, wie schwierig und zeitintensiv diese Aufgabe ausfallen kann.
Beobachtungen haben ergeben, dass es bis zu 15 Minuten dauern kann und rund 50 Anwendungen mit einem chemisch imprägnierten Tuch erfordert, um die zwölf Fasern einer einzigen Bündelader vollständig zu reinigen. Währenddessen breitet sich das Gel auch gerne aus, und zwar dorthin, wo es nichts zu suchen hat: auf Arbeitsoberflächen, Böden und der Kleidung. Häufig lässt es sich nicht mehr entfernen.
Spleißgeräte funktionieren in einem gelfreien Umfeld besser und ermöglichen damit schnellere und dämpfungsärmere Installationen. Gelrückstände können dazu führen, dass das Trenngerät nicht richtig oder gar nicht funktioniert. Dies verursacht nicht nur Frust und einen höheren Aufwand, um das Trenngerät zu säubern, sondern führt auch zu höheren Gesamtkosten sowie Verzögerungen bei der Installation. Saubere, akkurate Trennungen sind für einen dämpfungsarmen Spleiß unabdingbar.
Gelrückstände im Spleißgerät ziehen Staub und Schmutz geradezu an und sind der Hauptgrund für Spleißprobleme. Letztendlich kann es bis zu 20 Minuten dauern, die Geräte mit Chemikalien und Druckluft zu reinigen.
Ohne Gel allerdings steht die gesamte Integrität des Kabels auf dem Spiel. Deshalb ist ein ganz anderer Ansatz erforderlich, bei dem Gel durch etwas ersetzt wird, das denselben Zweck erfüllt und weniger Aufwand bei der Installation bedeutet.
Muss der Installateur das Gel nun nicht mehr von Fasern und Oberflächen entfernen, verringert sich dadurch die Kabelvorbereitungszeit erheblich. Zudem ist deutlich weniger Reinigungsmaterial am Installationsort nötig. Chemische Stoffe wie Alkohol und Fettlöser sind gar nicht mehr oder nur noch in Kleinstmengen erforderlich. Dies bedeutet Einsparungen bei der Beschaffung und Entsorgung. Gleichermaßen verringern sich auch die Risiken für Umwelt und Personal. Zum guten Schluss ist auch das Aufräumen nach getaner Arbeit etwas einfacher – weniger Müll, weniger Zeitaufwand. All dies entspricht einer weitaus umweltfreundlicheren und gleichzeitig wirtschaftlicheren Lösung.