Abschied von 2,4 GHz

Migration zu Gigabit-WLAN nach IEEE 802.11ac
Abschied von 2,4 GHz
geschrieben von Aurel Takacs/pf, Sales Engineer Wireless Solutions bei Brainworks Computer Technologie. am 20.07.2012
Mit 802.11ac steht ein neuer WLAN-Standard vor der Tür, der Datenraten im Gigabit-Bereich verspricht. Professionelle Einsatzperspektiven ergeben sich vor allem in Umgebungen mit vielen Clients wie etwa bei Messen oder Konferenzen. Da 802.11ac ausschließlich im bislang wenig genutzten 5-GHz-Band arbeitet, ergeben sich daraus positive Aspekte – aber auch Probleme für die Übergangszeit: Die meisten aktuellen WLAN-Clients unterstützen oft nur das 2,4-GHz-Band – keine leichte Aufgabe für die Migrationsplanung.

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Bereits heute ist das 2,4-GHz-WLAN-Frequenzband nicht nur im Privatbereich, sondern auch in Messe- und Konferenzszenarien hoffnungslos überbucht. Oft belagern dutzende Access Points die drei für 802.11n verfügbaren Kanäle, und der Durchsatz bricht durch die zahlreichen Störquellen ein. Nicht selten quittiert der gesamte 2,4-GHz-Bereich seinen Dienst.

Dabei bietet der seit drei Jahren etablierte 802.11n-Standard durchaus eine Alternative – nämlich den Betrieb im weitgehend ungenutzten und mit deutlich mehr Kanälen ausgestatteten 5-GHz-Band. Allerdings setzten die meisten Hardwarehersteller diesen funktechnischen Ansatz nur halbherzig um: 5-GHz-Chipsätze sind heute nur in einigen Tablet-PCs und Business Notebooks zu finden, die meisten Consumer Laptops und Smartphones begnügen sich mit reiner 2,4-GHz-Auslegung und können dennoch stolz den 802.11n-Aufkleber tragen.

Silberstreif am Horizont

Mit IEEE 802.11ac und 802.11ad stehen allerdings gleich zwei neue WLAN-Standards („Very High Throughput“) in den Startlöchern, die das übervölkerte 2,4-GHz-Frequenzband meiden und damit zukunftsträchtige Alternativen bieten. Dabei ist 802.11ad im 60-GHz-Frequenzband angesiedelt und eignet sich somit eher für Kurzstreckenverbindungen mit hoher Kapazität – beispielsweise als so genannte Flyways zwischen einzelnen Racks in großen Rechenzentren, um den „Top of the Rack“-Switch zu ergänzen. Die hohe Frequenz und damit geringe Reichweite von wenigen Metern disqualifiziert den 802.11ad-Standard allerdings für flächendeckende Ausbringung.

Für übliche Mobilgeräte interessant ist hingegen der 802.11ac-Standard – oder „5G Wifi“, wie es manche Hersteller griffiger formulieren. Dieser nutzt wie 802.11n das 5-GHz-Frequenzband, verzichtet aber von vornherein auf den von Babyphones, Bluetooth und anderen Diensten strapazierten 2,4-GHz-Bereich, was mittelfristig eine einheitlichere Struktur der WLAN-Client-Geräte verheißt: Wenn in zwei bis drei Jahren eine gute Marktdurchdringung mit 802.11ac erreicht ist, können IT-Verantwortliche endlich WLANs planen, die den aktuellen Anforderungen gewachsen sind.

Vergleich mit 802.11n

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal von 802.11ac gegenüber 802.11n stellt aber die Performance dar: Datenraten von (zunächst) bis zu 1,3 GBit/s entsprechen einer Verdreifachung der aktuell möglichen 450 MBit/s mit 802.11n. Da der neue Standard im 5-GHz-Bereich arbeitet, sind in Deutschland 19 überlappungsfreie Kanäle nutzbar, weitere fünf Kanäle lassen sich nur nach Genehmigung benutzen. Diese Vielzahl von Kanälen steht allerdings nur dann zur Verfügung, wenn ein System die Standardkanalbreite von 20 MHz verwendet.

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