Abwärtskompatibilität ist Designziel

40GbE und 100GbE über Kupfer und LWL
Abwärtskompatibilität ist Designziel
geschrieben von Dr. Jörg Schröper am 23.07.2009
Dr. Edgar Bernardi ist Vorstand von Euromicron und langjähriger Branchenkenner. Im Gespräch mit der LANline nahm er zu Perspektiven von 40- und 100GbE Stellung.

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LANline: In den vergangenen Tagen häufen sich die Meldungen über erfolgreiche Test und Pilotinstallationen – auch über beachtliche Strecken – von 40GbE und 100GbE. Sehen Sie bereits eine Marktrelevanz für diese Geschwindigkeiten?

Dr. Bernardi: Der 40GB- und 100GB-Bedarf rührt zunächst von dem stetig steigenden Bandbreitenbedarf im Datenverkehr her, der inzwischen durch viele Videoanwendungen getrieben wird. Deshalb beschäftigte sich die internationale Normungsgruppe IEEE zunächst in einer High Speed Study Group mit der Notwendigkeit und später in einer so genannten Task Force mit der Standardisierung des 40GbE- und 100GbE-Protokolls auf Basis des existierenden Ethernet-Protokolls. Die High Speed Study Group hat eine klare Empfehlung für die Notwendigkeit und Weiterverfolgung dieses Bandbreitenprotokolls herausgegeben. Die Task Force sieht in der Nahverkehrsanwendung innerhalb eines Rechenzentrums oder von Bürogebäuden im 40GbE-Bereich eine Kupferverkabelung noch als ausreichend an, während auf längere Distanz eine Glasfaserverbindung im Multimode – bei mittlerer Entfernung – oder Singlemode auf der Langstrecke für 100GbE unabdingbar sind.

LANline: Wird dies neue Impulse im LWL-Markt im Enterprise-Umfeld setzen?

Dr. Bernardi: Man kann sicher festhalten, dass der Markt diese Bandbreite schon heute fordert und künftig aufnehmen wird, sobald die Technik ausgereift ist. Es ist klar, dass bei solch hohen Bandbreiten – 100GbE bedeutet letztendlich echte Hochfrequenztechnik – die Kupferleitung wegen elektromagnetischer Effekte an ihre Grenzen stößt und nur noch die Lichtwellenleitertechnik solche Übertragungsgeschwindigkeiten verarbeiten kann.

LANline: Eines der Hauptargumente für den ständig wachsenden Bandbreitenbedarf sind also wachsende Datenmengen in den Unternehmen, aber auch die konvergenten Netze zum Endanwender. Wird es in den Unternehmen langfristig überhaupt noch Kupferlösungen geben können?

Dr. Bernardi: Wie bereits erwähnt: Der Bedarf an Breitband wächst – nicht nur seitens der Unternehmen, sondern auch von Seiten der Privathaushalte. Für Unternehmen gilt: Kupfer wird in der Inhouse-Versorgung sicher noch einige Zeit ausreichen, um die Bandbreiten selbst bis zu 40 GByte/s übertragen zu können, zumal die Standardendgeräte noch alle mit Kupferanschlusstechnik ausgestattet sind. Unter anderem deshalb ist es so wichtig, dass der 40GbE- und 100GbE-Standard auf dem 10GbE-Protokoll aufbaut und kompatibel ist, damit beim Hochrüsten auf 40GbE und 100GbE auch die alte Technik noch funktioniert. In der Standortvernetzung werden Kupferlösungen nicht mehr ausreichen, da dafür die Bandbreitenanforderung aufgrund der Bündelung zu hoch ist.

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