Alcatel-Lucent baut Internet-Core-Router

Router 7950 XRS soll Ciscos CRS-3 und Junipers T-Serie Konkurrenz machen
Alcatel-Lucent baut Internet-Core-Router
geschrieben von LANline/Dr. Wilhelm Greiner am 25.05.2012

Alcatel-Lucent (kurz „ALU“ genannt) steigt mit dem 7950 Extensive Routing System (XRS) in den Markt der Internet-Core-Router ein. Diesen Markt dominieren Cisco und Juniper klar. Schon mehrmals sind Neulinge beim Versuch, sich einen nennenswerten dritten Platz zu erobern, wieder in der Versenkung verschwunden (oder erinnert sich noch jemand an Charlotte’s Web?). Nun wagt mit Alcatel-Lucent ein gestandener Telko-Ausrüster einen Anlauf. Die hauseigene Technik des neuen Monster-Routers soll, verspricht ALU, die Core-Netze der Carrier „revolutionieren“.

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Im Rahmen eines Technologiesymposiums in Santa Clara, Kalifornien, hat Alcatel-Lucent die neue 7950-XRS-Familie vorgestellt. Mit diesen in dreijähriger Entwicklungszeit erarbeiteten Highend-Geräten will ALU eine Scheibe des Vier-Milliarden-Dollar-Kuchens, den der Internet-Core-Router darstellt, für sich erobern. ALU verspricht neben beeindruckenden Durchsatzzahlen auch niedrigeren Energieverbrauch und natürlich sinkende Kosten im Vergleich zu den etablierten Playern Cisco und Juniper.

 

Die 7950 XRS-Produktreihe umfasst drei Router: die Geräte mit dem Namenszusatz 40, 20 und 16c. Der 7950 XRS-40 bringt es laut Alcatel-Lucent auf eine Routing-Kapazität von stolzen 32 TBit/s. Er packe 160 100GbE-Schnittstellen in einen einzigen Core-Router. Das Gerät sei ausgelegt für bis zu 2 TBit/s pro Slot und auf Multi-Chassis-Konfigurationen erweiterbar. Auf den Markt kommen soll es allerdings erst ab der ersten Jahreshälfte 2013 - was ja auch heißen kann: in über einem Jahr.

 

Der 7950 XRS-40 soll zwei kleinere Geschwister haben: Der 7950 XRS-20 ist laut Herstellerangaben ein 16-TBit/s-Core-Router für bis zu 80 100GbE-Schnittstellen in einem einzigen Rack. Er lasse sich nach Bedarf zu einem 7950 XRS-40-Router und/oder für Multi-Chassis-Konfigurationen aufrüsten und sei ebenfalls für bis zu 2 TBit/s pro Slot ausgelegt. Ihn soll man schon ab dem 3. Quartal 2012 erwerben können, derzeit sei er in mehreren Testinstallationen im Einsatz, so ALU.

 

Den 7950 XRS-16c schließlich hat Alcatel-Lucent als 6,4-TBit/s-Core-Router für Anforderungen kleinerer Points of Presence (POPs) konzipiert. Er unterstütze bis zu 32 100GbE-Schnittstellen und sei für 1 TBit/s pro Slot ausgelegt. Er soll ebenfalls erst ab der ersten Jahreshälfte 2013 erhältlich sein.

 

ALU sieht die Stärken seiner neuen Router bei der Performance und Port-Dichte: Herkömmliche Core-Router, so der Carrier-Ausrüster, wiesen Defizite in Bezug auf Leistungsfähigkeit und 100GbE-Verkehrsdichte auf, während neuere Produkte beim Versuch, Leistungsfähigkeit und Verkehrsdichte zu steigern, Kompromisse bei der Funktionalität und Flexibilität eingegangen seien. Der 7950 XRS hingegen nutze die von Alcatel-Lucent entwickelten FP3-NPUs (Network Processor Unit), die die branchenweit erste und einzige 400-Gigabit-NPU darstelle. Damit sollen Kompromisse zwischen Kapazität und Funktionalität der Vergangenheit angehören.

 

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