Alcatel-Lucent baut Internet-Core-Router

Router 7950 XRS soll Ciscos CRS-3 und Junipers T-Serie Konkurrenz machen
Alcatel-Lucent baut Internet-Core-Router
geschrieben von LANline/Dr. Wilhelm Greiner am 25.05.2012

Alcatel-Lucent (kurz „ALU“ genannt) steigt mit dem 7950 Extensive Routing System (XRS) in den Markt der Internet-Core-Router ein. Diesen Markt dominieren Cisco und Juniper klar. Schon mehrmals sind Neulinge beim Versuch, sich einen nennenswerten dritten Platz zu erobern, wieder in der Versenkung verschwunden (oder erinnert sich noch jemand an Charlotte’s Web?). Nun wagt mit Alcatel-Lucent ein gestandener Telko-Ausrüster einen Anlauf. Die hauseigene Technik des neuen Monster-Routers soll, verspricht ALU, die Core-Netze der Carrier „revolutionieren“.

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Die neue Core-Router-Generation, verspricht Alcatel-Lucent, werde eine umfassende Zahl von IPv4- und IPv6-Routing-, MPLS-Switching- und Infrastrukturdiensten unterstützen. Die Basis dafür liefere SROS, das als gemeinsames Betriebssystem die Basis des gesamten Router-Portfolios von Alcatel-Lucent und damit eine hochverfügbare, multifunktionale und praxisbewährte Softwareplattform biete, die schon bei mehr als 450 Netzbetreibern weltweit im Einsatz sei.

 

Das Netzwerk-Management-System 5620 SAM biete nahtlose Unterstützung für die 7950-XRS-Produktreihe, das Service-Router-Portfolio und die Produktreihe 1830 PSS im Bereich Optical Networking.

 

ALUs Markteintritt findet vor dem Hintergrund nach wie vor steigender Nachfrage nach Bandbreite statt, verursacht durch Online-Video- und -Daten-Traffic, der neuerdings nicht nur von PCs, sondern auch immer stärker von Smartphones, Tablet-PCs, an das Internet angeschlossenen Fernsehern und anderen über IP kommunizierenden Geräten ausgeht. Diese Dynamik, so hofft man bei ALU, werde Netzbetreiber weiterhin dazu nötigen, ihre Kapazitäten in ihren Core-Netzen auszubauen.

 

Gleichzeitig führe die Entstehung Cloud-basierter Dienste und personalisierter Inhalte dazu, dass die Netze flexibler werden müssen. Im Markt der Provider-Edge-Router hat Alcatel-Lucent laut eigenen Angaben bereits einen Marktanteil von über 25 Prozent erobert.

 

Mit dem 7950-XRS tritt Alcatel-Lucent in Konkurrenz mit Ciscos Monster-Router CRS (Core Routing System), aktuell in der dritten Produktgeneration CRS-3, sowie mit Junipers ebenso leistungsstarken Core-Routern der T-Serie. Praktisch zeitgleich mit der ALU-Meldung hat Juniper verkündet, dank eines Upgrades die Leistungskraft des T4000 und T1600 verdoppelt zu haben: Das Multi-Chassis-System TXP unterstütze nun die Systemkapazität von bis zu vier T4000 und acht T1600. Damit biete es bis zu 22 TBit/s, künftig soll dies auf bis zu 64 TBit/s erweiterbar sein - und dies im “Pay as You Grow”-Verfahren und mit Standardverkabelung. Ciscos CRS-3 lässt sich laut Cisco-Berechnungen im Multi-Chassis-Betrieb auf bis zu 322 TBit/s skalieren.

 

Im Vergleich zu diesen IP-Core-Routern sollen die neuen Router laut Alcatel-Lucent zwei Drittel des Stromverbrauchs einsparen. Und dieser ist im Core-Routing beträchtlich: Den weltweiten Energieverbrauch von Core-Routern schätzen die ALU-eigenen Bell Labs für das Jahr 2016 auf über 1,8 Terawatt.

 

Weitere Informationen finden sich unter www.alcatel-lucent.com, www.cisco.com und www.juniper.net.

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