Apps als Zauberformel
Mitarbeiter in Unternehmen sind heute mit den unterschiedlichsten Geräten für die Kommunikation ausgestattet: ein Telefon auf dem Schreibtisch, ein Mobiltelefon für die Erreichbarkeit unterwegs, zusätzlich vielleicht noch ein Blackberry oder ein Iphone für mobile E?Mails und Chats – vielleicht noch ein Tablet-PC für Web-Zugriffe und mobiles Video-Conferencing. Im Zug der in den letzten Jahren verstärkt umgesetzten Kommunikationsoptimierung – Stichwort: Unified Communications (UC) – sind all diese unterschiedlichen Kommunikationskanäle und -medien heute oft in irgendeiner Form miteinander verbunden. Mehr noch – auch die verschiedenen Kommunikationsmittel der sozialen Medien halten auf UC-Plattformen immer weiter Einzug. Die ehemals unabhängige Gerätelandschaft erhält täglich neue intermediale Brücken.
Die Kehrseite dieser eigentlich positiven Entwicklung besteht allerdings darin, dass sie oft mit neuen Abhängigkeiten einhergeht: UC-Lösungen offenbaren sich in vielen Fällen als „geschlossenes Ökosystem“, das seine Nutzer auf ganz bestimmte Kommunikationspfade und -geräte zwingt. Gewinnt ein so ausgestattetes Unternehmen einen neuen Geschäftspartner, zum Beispiel einen Zulieferer, treffen dabei zwei isolierte UC-Welten aufeinander. Als gemeinsamer Nenner steht dann – wie gehabt – neben dem Telefon oft nur E?Mail als Kommunikationsmittel zur Verfügung.
Während in der Datenkommunikation durch den Siegeszug der IP-Protokolle schon sehr früh eine herstellerübergreifende Standardisierung einsetzte, kochten in der Telekommunikation die einschlägigen Player noch sehr lange ihr eigenes Süppchen. Mit Voice over IP als TK-Basis kam zwar auch SIP (Session Initiation Protocol) schon vor vielen Jahren als gemeinsamer Standard ins Spiel, eine durchschlagende Akzeptanz blieb ihm jedoch lange Zeit verwehrt. Der Grund für die zögerliche Akzeptanz von SIP ist der Definition des Standards in die Wiege gelegt: In einer Umgebung, in der die großen TK-Anlagenhersteller traditionell mit zum Teil mehreren tausend Dienstmerkmalen auftrumpften, definiert SIP gerade einmal 19 Funktionen (für 17 Dienstmerkmale). Es muss also nicht wundern, dass dieses manchmal geringschätzig als „Klingeln-Hören-Sprechen-Standard“ bezeichnete Kommunikationsmodell in TK-Kreisen zunächst kaum ernst genommen wurde.
Während SIP bei den Funktionsmerkmalen tatsächlich deutliche Einschränkungen brachte, kam jedoch auf der anderen Seite etwas hinzu, was es in den alten, proprietären TK-Welten bis dahin noch nicht gegeben hatte: Multimedia. Selbst mit 5.000 Funktionen adressierten die TK-Anbieter immer nur den einen Kommunikationskanal – Sprache. Mit SIP hingegen lassen sich bei aller Einfachheit Features wie Instant Messaging, Chat, Präsenzinformationen etc. mit einbinden.


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