Betriebssysteme unter der Lupe

Sicherheitsaspekte bei Smartphones
Betriebssysteme unter der Lupe
geschrieben von Thomas Bär und Frank-Michael Schlede/wg am 31.08.2012
Ob es IT-Verantwortlichen passt oder nicht: Mobile Systeme aller Art sind auch in Unternehmensnetzwerken eindeutig auf dem Vormarsch. Wir zeigen, wie es um die Sicherheit dreier Smartphone-Betriebssysteme der Hersteller Microsoft, Google und Apple bestellt ist und auf welche Kriterien IT-Profis bei Einsatz und Betrieb achten sollten.

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Microsoft hat schon länger unter der Bezeichnung Windows Mobile ein Betriebssystem angeboten, das für den Einsatz auf mobilen Geräten optimiert war. Dieses basierte zwar auf der Microsoft Win32 API, für die Anwender war jedoch außer einer optischen Ähnlichkeit der Oberflächen kaum eine Gemeinsamkeit in der Architektur erkennbar. Mit dem Erscheinen von Windows Phone 7 im Februar 2010 änderten sich nicht nur die Steuerung und die Optik des Betriebssystems: Es handelt sich dabei um eine komplette Neuentwicklung, die auf Windows CE 6.0 R3 und Teilen von Windows Embedded Compact 7 basiert. Die bisherigen Freiheiten beim Zugriff auf Dateien und beim Erwerb von Software sind komplett entfallen. Da Microsoft den Hardwareherstellern zudem eindeutige Vorgaben macht, was die zulässige Ausstattung der Geräte angeht, existiert leider auch kein Mobilgerät, das ein Update von Version 6.5 auf die aktuelle Version 7 ermöglichen könnte. Damit ist die Zeit der radikalen Änderungen für die Anwender von Windows-Telefonen aber noch nicht vorbei: Mit der Ankündigung der nächsten Generation – Windows Phone 8 – schwenkt Microsoft ein weiteres Mal um. Dort wird eine Variante des Windows-NT-Kernels zum Einsatz kommen. Dies bedeutet vor allem, dass auch in diesem Fall kein Update-Weg existieren wird – ein Gerät mit Windows Phone 7 kann kein Update auf Version 8 erhalten. Das grundsätzliche Konzept der Windows-Phone-Betriebssysteme 7 und 8 ist jedoch gleich und kaum mit dem des Vorgängers zu vergleichen: So ist eine ganze Reihe von Programmen aus Gründen der Betriebssicherheit für diese Systeme nicht mehr im Angebot. Windows Phone verbietet zudem Hintergrundprogramme im klassischen Sinn: Wird eine App geschlossen, so ist sie auch komplett deaktiviert und läuft oder wartet nicht etwa im Hintergrund. Diese Praxis erweist sich als sehr vorteilhaft, wenn es um die allgemeine Sicherheit der Systeme geht: Fast jede schädliche Anwendung, die einen Effekt auf dem Betriebssystem bewirken will, ist auf die Existenz von Hintergrundprogrammen angewiesen. Weiterhin ist unter Windows Phone 7 grundsätzlich keine App dazu berechtigt, SMS-Nachrichten direkt und eigenständig zu versenden: Der Benutzer muss stets selbst im „Nachrichten“-Programm auf „Senden“ klicken. Jede App kann Daten auch nur für sich selbst ablegen und einlesen und hat keine Möglichkeit, auf die Daten anderer Programme zuzugreifen. Gemäß den Vorgaben von Microsoft sind austauschbare Datenträger wie SD-Karten auf den Windows-Phone-7-Systemen ebenfalls nicht zulässig. Mit Windows Phone 8 soll diese Einschränkung aber der Vergangenheit angehören – dann können auch die Windows-Phone-Anwender SD-Karten in ihren Geräten verwenden. Einige Telefonhersteller haben zwar unter Windows Phone 7 bereits intern SD-Karten verbaut, auf die theoretisch auch ein Datenzugriff möglich wäre.

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