"Bild"-Entsorgung: Gibt's denn dafür keine App?

Glosse
"Bild"-Entsorgung: Gibt's denn dafür keine App?
geschrieben von LANline/Dr. Wilhelm Greiner am 27.06.2012

Am Samstag, den 23. Juni 2012 wollte der Springer-Konzern die so genannte „Bild“-„Zeitung“ aus irgendeinem Anlass, der mir gerade entfallen ist, an alle deutschen Haushalte verschicken. Natürlich habe ich mich rechtzeitig vorbereitet und meinen Briefkasten mit einem Hinweisschild versehen, mit welchem ich gut sichtbar darum bat, das oben genannte Machwerk hier nicht einzuwerfen. 

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Wenn es dem geneigten Leser so ging wie mir, dann hat der Machwerkzusteller – getrieben von Faulheit, Ignoranz oder vielleicht auch von Analphabetismus, ich weiß es nicht – diesen Hinweis missachtet. Beim Öffnen des Briefkastens findet man dann einen schrumpeligen Haufen Papier spinnengleich in der Ecke lauernd vor. Einige Tage lang kann man diesen unschönen Zustand vielleicht ignorieren, dann aber steht der unfreiwillige Empfänger vor der Frage: Was ist zu tun, um die Briefkastenverschmutzung wieder zu beseitigen?

 

Zunächst einmal muss ich alle Apple-Jünger enttäuschen: Nein, dafür gibt es leider noch keine App. Die Drecksarbeit bleibt auch im Cloud- bzw. iCloud-Zeitalter noch am Endanwender selber hängen. Deshalb folgen hier zehn Tipps für die fachgerechte Entsorgung:

 

1. „Bild“ zählt zur Gattung des so genannten „Boulevard-Journalismus“. Der „Boulevard“ ist eine Prachtstraße, an dessen beiden Randsteinen eine so genannte „Gosse“ verläuft, aus der diese Art Zeitung einst herausgekrochen war, daher der Name. Aus diesem Grund darf man „Bild“ nicht einfach im Briefkasten vermodern lassen, das wäre unhygienisch! Deshalb: Ekel überwinden, Ärmel hochkrempeln und los! Da muss man durch.

 

2. Zur Entsorgung von „Bild“ empfiehlt es sich, robuste Haushaltshandschuhe zu tragen, wie es sie in jedem Supermarkt, Baumarkt oder in der Drogerie zu kaufen gibt. So lässt sich der direkte Hautkontakt vermeiden, besonders wichtig für Menschen mit Gossenschmutzallergie. Das Tragen eines Mundschutzes ist in der Regel nicht unbedingt nötig, mag in Einzelfällen aber sinnvoll sein. Im Zweifel fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

 

3. Alte Zeitungen gehören ins Altpapier, das ist bekannt. Wie aber steht es um mit Unrat bedrucktes Zeitungspapier? Die Logik sagt: Auch dies gehört in die Altpapiertonne. Allerdings muss ich zugeben, beim Entsorgen – man mag es einen Reflex nennen – „Bild“ zum übrigen Unrat in die Mülltonne verfrachtet zu haben. Ich war mit dieser spontanen Entscheidung im Nachhinein recht zufrieden und kann dieses Vorgehen deshalb nur weiterempfehlen. Manch ein Besserverdiener mag versucht sein, für diesen Zweck kurzfristig einen Machwerkentsorgungs-Butler einzustellen. Ihm wird aber dann das wohlige Bauchgefühl entgehen, wenn der Mülltonnendeckel sich klappernd schließt und der Unrat auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist.

 

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