Consumerization zwingt zur Reaktion

Client-Lifecycle-Management im Umbruch
Consumerization zwingt zur Reaktion
geschrieben von Dr. Wilhelm Greiner am 27.12.2013
Kaum haben IT-Organisationen mittels CLM-Lösungen (Client-Lifecycle-Management) ihre PCs und Notebooks gut im Griff, schlägt die „Consumerization“ zu: Endanwender nutzen heute – wie aus dem privaten Umfeld gewohnt – häufig bevorzugt Smartphones und Tablets, bringen diese auch gerne mal von zu Hause mit und sind es gewohnt, IT-Services selbst aus der Cloud zu beziehen. Das Client-Management muss deshalb auf die Herausforderungen der Consumerization reagieren.

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In den letzten Jahren haben die IT-Abteilungen in den Unternehmen viel Zeit und Mühe darauf verwandt, ihre IT-Services hochgradig strukturiert und prozessorientiert aufzusetzen, etwa mittels der Best Practices von ITIL (IT Infrastructure Library). Auf der Client-Seite bedeutete dies die Einführung eines Client-Lifecycle-Managements mit automatisierten Rollout-Prozessen und Verknüpfung zum Service-Desk, das alle Aspekte der PC- oder Notebook-Nutzung von der Provisionierung bis zur Dekommissionierung der Endgeräte abdeckt. Für Mobiltelefonie und mobilen E-Mail-Abruf setzte man bevorzugt auf Blackberry-Geräte, die sich dank des Blackberry Servers ebenfalls sehr detailliert kontrollieren lassen.

Doch nun kommen der unternehmensinternen IT so genannte „Consumerization“-Effekte in die Quere. Denn zeitgleich haben seitens der privaten IT-Nutzung grundlegende Änderungen stattgefunden: Im heimischen Umfeld sind es viele Endanwender heute gewohnt, „Smart Devices“ – sprich: Taschencomputer – wie Smartphones oder Tablets zu nutzen, die teils deutlich schicker, bedienungsfreundlicher und leistungskräftiger sind als das vom Arbeitgeber gestellte Pendant.

Die Anbieter der Mobilgeräteplattformen, allen voran Apple und Google, haben die Benutzer mittels App Stores darauf konditioniert, benötigte Funktionen in Form kleiner, teils hochspezialisierter Apps per Self-Service nach Bedarf auf die Endgeräte zu laden – mal mehr, mal weniger gut vor Malware geschützt und mitunter bis hin zur völligen Unübersichtlichkeit. Dank Cloud-Services wie Dropbox, Apples Icloud oder diverser Social Networks sind zahlreiche Benutzer auch darauf trainiert, Daten externen Dienstleistern in der „Wolke“ anzuvertrauen – nebst teils umfangreichen Informationen über sich selbst. Und weil das alles – solange es nicht zum Security- oder Datenschutz-GAU kommt – viel bequemer und praktischer ist als das im Büro Übliche, würden viele Anwender dies alles nun auch gerne beruflich nutzen.
 
BYOD ist BYOx
Da diese Entwicklung in der Form moderner und oft teurer Endgeräte daherkommt, wird sie oft mit dem Schlagwort „Bring Your Own Device“ (BYOD) belegt. Doch der Begriff greift zu kurz: Es geht bei der Consumerization nicht nur um die Endgeräte, diese sind nur das am deutlichsten sichtbare Symptom des Wandels. Es geht vielmehr auch um neue Arten von Apps, (Cloud-)Services und Arbeitsgewohnheiten. Die derzeit stattfindende Consumerization – auf Deutsch sinngemäß: „Verprivatanwenderung“ – der IT ist damit die größte Umwälzung in der Unternehmens-IT seit der einstigen Invasion der PCs in der wohlkontrollierten Zentralrechner- und Terminal-Welt.

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