Die Faser der Zukunft

OM3, OM4, Singlemode, Multimode
Die Faser der Zukunft
geschrieben von Ken Hodge/jos, Chief Engineer bei Brand-Rex. am 03.08.2012
Glasfaserkabel ebnen auch in Zukunft den Weg hin zu höheren Bandbreiten und Datengeschwindigkeiten. Doch die Ratifizierung von zwei neuen Faserklassen, die sich abzeichnende Einführung von 40 und 100 Gigabit Ethernet (GbE) und die Überprüfung von biegeunempfindlichen Techniken bedeuten auch, dass Netzwerkbetreiber und Installateure unzählige Überlegungen anstellen müssen, wenn sie ihre auf Glasfaser basierende physische Infrastruktur (PHY) in Unternehmen oder Rechenzentren spezifizieren.

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Das unstillbare Verlangen nach Bandbreiten und schnelleren Datenübertragungen hat dazu geführt, dass die Glasfaserkabelbranche floriert, angetrieben von technischen Innovationen, der Entwicklung von Standards und immer vielfältigeren Einsatzmöglichkeiten. Letzteres hat dazu geführt, dass mittlerweile mehr als 15 verschiedene Singlemode-Fasertypen, zwei Arten von Singlemode-Faserkabeln und vier verschiedene Multimode-Faserkabel auf dem Markt erhältlich sind.

Durch Aktualisierungen der ISO/IEC- und TIA-Industrienormen sind zudem zwei neue Faserklassen, OM4 und OS2, entstanden. OS2 ist ein Singlemode-Faserkabel, das ursprünglich in der Normierung industrieller Verkabelungen als Lösung für lange Links im Außenbereich gedacht war. OM4 ist eine Weiterentwicklung der OM3-Lösungen für höhere Bandbreiten (OM3+/extended etc.). Die neue OM4-Lösung eignet sich ideal für vielfältige Anwendungen, wie etwa Backbone-Verbindungen in den lokalen Netzwerken von Unternehmen und Rechenzentren. Der neue Standard IEEE 802.3ba für 40/100GbE verweist auf OM4. OM1 (62.5/125) und OM2 (50/125) erleben dagegen einen steten Rückgang, was auf die zunehmende Akzeptanz der OM3-Faser (laseroptimiert 50/125) zurückzuführen ist.

Bei der jüngsten Lösung, OM4 (50/125), handelt es sich um eine Premium-Multimode-Faser, die über einen besonders hochwertigen Kern verfügt. Dies macht sie zur besten verfügbaren Lösung für die Übertragung von Protokollen mit höheren Geschwindigkeiten (wie 10, 40 und 100 GbE). Über OM4 übertragene Signale sind am wenigsten von geometrischen Dispersionen beeinträchtigt. Dies ermöglicht längere Reichweiten (bis zu 550 m bei 10GbE) oder den Einsatz einer größeren Zahl von Anschlüssen auf kürzeren Links.

Die wahren Vorteile werden allerdings bei Anwendungen wie 10GBASE-SX sichtbar, bei denen VCSEL-Laser im ersten optischen Fenster zum Einsatz kommen. Obwohl VCSEL-Laser die kostengünstigste Option für optische Transceiver-Ausrüstungen sind, besteht das Problem des Netzwerklebenszyklus noch immer. Bevor überhaupt eine Entscheidung zu dem zu spezifizierenden Faserkabeltyp getroffen werden kann, gilt es, eine Reihe von Faktoren hinsichtlich der Ziele des geplanten Systems zu beachten:

Sollte es Anwendungen von heute unterstützen oder schon solche, die die Experten für die Zukunft erwarten (Ethernet, Fibre Channel, Fibre Channel over Ethernet, Infiniband)?

Soll es ein paar Jahre halten oder dem Lebenszyklus der Gebäudenutzung entsprechen? Sind ausreichende Mittel vorhanden, um ein modulares, skalierbares System zu ermöglichen oder wird von vornherein Dark Fibre installiert?

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