Die richtige RZ-Architektur finden
Eine schier unersättliche Gier nach immer höheren Übertragungsraten treibt die Anforderungen an die Datenverarbeitung und den Speicherplatz endlos in die Höhe. Hinzu kommt, dass der Strombedarf von ursprünglich ein paar Hundert Watt pro Schrank auf jetzt 5,5 kW im internationalen Durchschnitt angestiegen ist und weiter in Richtung 20 kW pro Schrank steigt, während gleichzeitig die Stromkosten in die Höhe schnellen. In diesem Wettlauf wird zusätzlich auch Stellfläche zu einer immer knapperen Ressource. Die Situation verschärft sich noch durch die enorme Wärmemenge, die aufgrund der hohen Leistungsaufnahme im RZ entsteht und abgeführt werden muss und damit die Kühlsysteme aufs Äußerste belastet.
Unaufhörlich steigen auch die Anforderungen an die Netzwerkleistung. IP- und Speicherapplikationen entwickeln sich immer schneller, verschlingen mehr und mehr Bandbreite und verkürzen somit den Lebenszyklus von Netzwerkapplikationen weiter. Dies stellt Moores Gesetz auf eine harte Probe. Es zeigt sich, dass sich das Datenaufkommen im RZ jedes Jahr verdoppelt. Das bedeutet wiederum: Je länger ein Verkabelungssystem diesen steigenden Leistungsanforderungen gewachsen ist, umso kosteneffektiver wird es. Ein Schlüsselfaktor für die Wahl der Netzwerkarchitektur ist folglich die Total Cost of Ownership (TCO).
Blick in die Zukunft schafft Investitionssicherheit
Es überrascht also nicht, dass die Normungs- und Industriegremien wie ISO/IEC, EIA/TIA, die Data Center Alliance (DCA) und BICSI eine Verkabelungsinfrastruktur für das RZ empfehlen, die ausreichend Leistungsreserven für zukünftiges Wachstum besitzt. Empfohlen sind 10 GBit/s oder mehr, um eine möglichst lange Lebensdauer zu garantieren. Ziel ist es, die fest verlegte Verkabelung während der Betriebsdauer des RZs nicht wieder antasten zu müssen (oder zumindest diesen spezifischen Bereich des RZs) und damit mindestens zwei bis drei Generationen von Aktivkomponenten in den Racks zu unterstützen.
Sind diese Prämissen bei der Planung und Installation einer Verkabelung nicht genügend berücksichtigt, kann das zu erheblichen Flexibilitätseinbußen führen. Beispielsweise wenn es darum geht, neues leistungsfähiges Equipment entfernt von Hotspots und nahe an den Kühlsystemen zu platzieren. In diesem Fall bleibt nur die aufwändige Verlegung von Kabeln in unmittelbarer Nähe der laufenden Server und Switches, was vielfach mit einer Service-Unterbrechung verbunden ist. Zweifelsohne ist dies keine empfehlenswerte Methode.

