Effizienz beginnt beim Power Supply
Server, Kommunikationseinrichtungen, Massenspeicher – moderne Datenzentren verschlingen enorme Energiemengen. Weltweit benötigen die Einrichtungen der Informations- und Kommunikationstechnik zur Versorgung zurzeit etwa 160 GW an Energie. Das entspricht acht Prozent der erzeugten elektrischen Leistung. Dieser Bedarf nimmt weiter schnell zu. Laut VDE soll sich dieser Wert bis 2020 mehr als verdoppeln und einen Pegel von 400 GW erreichen. Nach den Endgeräten nehmen Rechenzentren und Anlagen der Netzwerktechnik (Internet-Knoten, Router, Unterverteiler etc.) den zweiten und den dritten Platz in der Verbrauchs-statistik ein.
Neben der für den Betrieb der Prozessoren, Switches und Festplatten benötigten Nutzenergie treibt auch die Klimatisierung der Rechenzentren die Stromrechnung nach oben, obwohl sie eigentlich nur eine Art Nebeneffekt darstellt – kein Anwender kühlt die Datenzentren nur deshalb, weil es sich dann angenehmer darin leben lässt. Doch die empfindliche Elektronik in den Servern und Datenspeichern muss herunter gekühlt werden. Daher führt kein Weg an dem zusätzlichen Aufwand für den Betrieb der Kühlanlagen vorbei. Experten des IT-Beratungsunternehmens Gartner haben errechnet, dass allein die Klimatisierung die Stromrechnung für ein Datenzentrum um 30 bis 45 Prozent verteuert.
Im Industrieland Deutschland ist die Zunahme des Energieverbrauchs für solche Einrichtungen nicht so ausgeprägt wie im weltweiten Maßstab. Doch auch hier weist der Trend nach oben, zumindest was die Anzahl der installierten Server anbelangt. Zwischen 2008 und 2011 stieg die Zahl der Server um rund sieben Prozent auf 2,34 Millionen. Auch in Zukunft dürfte der Bedarf an Rechenleistung und Speicherkapazität weiter steigen.
Dennoch sieht der IT-Branchenverband Bitkom einen Silberstreif am Horizont: Im vergangenen Jahr hat der Stromverbrauch der Rechenzentren erstmals abgenommen – um vier Prozent auf allerdings immer noch beeindruckende 9,7 TWh. Immerhin entspricht der Rückgang der Leistung vier mittelgroßer Kohlekraftwerke. Zwar sind die Stromkosten der Datenzentrums-Betreiber trotz des geringeren Leistungsbedarfs im gleichen Zeitraum weiter gestiegen. Eine Studie des auf Nachhaltigkeitsuntersuchungen spezialisierten Borderstep-Instituts beziffert die Stromkosten für die Server und Rechenzentren im Jahr 2011 auf 1,2 Milliarden Euro, zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Grund für den Widerspruch zwischen gesunkenem Verbrauch und gestiegenen Kosten: Die Strompreise pro KWh haben sich erhöht.
