Enterprise-WLANs im Stresstest
Unternehmen investieren wieder mehr in ihre Kommunikationsinfrastruktur. Nach wie vor fließt zwar der größte Teil der Ausgaben in verkabelte Switches, aber im Jahresvergleich 2010 zu 2011 auf stagnierendem Niveau. Bei Drahtlosnetzwerken hingegen war ein Wachstum von stolzen 24 Prozent zu verzeichnen. Dies sind zumindest die Ergebnisse der relevanten vierteljährlichen Analyseberichte von Infonetics Research über „Wireless LAN Equipment“, „Wifi Phones“ und „Ethernet Switches“.
Demzufolge hat sich auch der Wettbewerb für den WLAN-Marktführer Cisco verschärft, das Unternehmen konnte jedoch immer noch knapp die Hälfte des gesamten Enterprise-WLAN-Umsatzes für sich verbuchen. Die anderen Player kämpften wie schon in den vergangenen Jahren im Bereich einstelliger Umsatzanteile, allein Aruba als 2011 gefestigte Nummer zwei schaffte es erstmals, die Zehn-Prozent-Marke zu knacken (laut IDC hielt Aruba im vierten Quartal 2011 einen Marktanteil von 11,6 Prozent) – und dies sogar ohne Einbeziehung seines OEM-Geschäfts. So steht Aruba beispielsweise auch hinter der WLAN-Technik des Herstellers Alcatel-Lucent – wobei es zwischen beiden Unternehmen auch eine Kooperation auf Entwicklungsebene gibt.
HP und MSI (Motorola Solutions) wiederum wechseln sich abgeschlagen auf Platz drei und vier ab. Alle weiteren WLAN-Anbieter, die Infonetics für seine Untersuchungen auf dem Schirm hat, liegen mit ihren Marktanteilen mitunter deutlich unter fünf Prozent – auch bekannte Namen wie Aerohive, Alcatel-Lucent, Belair, Brocade, D-Link, Enterasys, Extreme, Juniper, Meru, Netgear, Polycom, Ruckus, SMC und Xirrus.
Den globalen WLAN-Markt insgesamt beziffert eine kürzlich veröffentlichte IDC-Studie für 2011 auf 6,4 Milliarden Dollar. Gut drei Milliarden Dollar gehen demnach auf das Konto des Enterprise-Segments, das damit inzwischen für knapp die Hälfte des gesamten WLAN-Umsatzes verantwortlich ist.
Deutsche Anbieter wie etwa AVM, Lancom und Teldat (ehemals Funkwerk Enterprise Communications) gehören im globalen Spiel nicht zu den Top-Favoriten, obwohl ihre Lösungen zum Teil durchaus nicht nur für den deutschsprachigen und europäischen Raum interessant sind. Jüngstes Beispiel bei Teldat ist ein neuer Bintec-WLAN-Controller, der eine lückenlose Überwachung im WLAN-Netz und ein Management aus der privaten Cloud heraus bietet. So werden nicht nur lokale Geräte verwaltet – es lassen sich auch entfernt angebundene Access Points (APs) zentral und ausfallsicher über VPN betreiben. Damit engagiert sich Teldat bei einem wichtigen Trend im Bereich WLANs, den international beispielsweise die Hersteller Aerohive und Meraki in Schwung bringen.

