Fußangeln auf dem Weg ins Virtuelle

Migration zu virtuellen Desktops
Fußangeln auf dem Weg ins Virtuelle
geschrieben von Thomas Berger/wg, Architect Worldwide Consulting Solutions bei Citrix Systems in Schaffhausen (Schweiz) am 25.01.2012
Virtuelle Desktops sind ihren physischen Pendants in vielen Belangen überlegen, und der begonnene Trend zur Virtualisierung der Desktops wird sich auch weiterhin fortsetzen. Jedoch ist der Wechsel von einer dezentralen physischen IT-Landschaft in Richtung einer zentralisierten virtuellen Infrastruktur leider nicht so einfach wie von den meisten Werbebotschaften der Anbieter suggeriert.

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In der Tat kann eine überstürzte Migration mit mangelhafter Planungsphase einen großen finanziellen Schaden anrichten und das Wohlwollen sowie die Akzeptanz der Benutzer verspielen. In einem weniger schlimmen Fall würden nur die bestehenden Probleme in das Rechenzentrum verlagert und die Umgebung ein wenig verkompliziert. Eine optimale Lösung würde aber wohl auch in diesem Szenario nicht zustande kommen.

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Migration liegt in einer intensiven Planungs- und Vorbereitungsphase. Eingehen sollte man dabei im ersten Schritt auf drei Schwerpunkte:

Verstehen der Techniken zur Desktop-Virtualisierung,

Erfassen der Anforderungen der Benutzer, Geschäftsleitung und IT-Management sowie

Analyse der bestehenden IT-Landschaft und Erarbeiten der daraus resultierenden technischen Anforderungen.

Verstehen der Techniken

So profan dieser Schwerpunkt auch erscheinen mag, ist er in Zeiten, in denen eine Vielzahl an Herstellern mit mindestens ebenso vielen verschiedenen Techniken und Verfahren um die Gunst der Kunden am Desktop-Virtualisierungsmarkt kämpft, von zentraler Bedeutung. Dies resultiert daraus, dass jeder Hersteller eine etwas andere Vorstellung von virtualisierten Desktops hat. Zwar sind sich die Konkurrenten in zunehmenden Maße einig, dass eine Virtualisierung der Desktops als Selbstzweck keinen Sinn ergibt und Ziel vielmehr die Schaffung eines schlankeren und effizienteren Managements der Desktops sein sollte; jedoch herrscht bei Ansichten über den Weg dahin naturgemäß weit weniger Einigkeit. Grundlegend kann man drei Techniken unterscheiden, mit deren Hilfe die IT-Organisation dem Benutzer einen virtuellen Desktop bereitstellen kann:

Hosted Shared Desktop: Mehrere Benutzer teilen sich ein zentrales Server-System, das den Benutzern jeweils einen Desktop zur Verfügung stellt (zum Beispiel Microsoft Remote Desktop Services, Citrix Xenapp, Quest Software Vworkspace),

Hosted VDI (Virtual Desktop Infrastructure): Jeder Benutzer erhält an zentraler Stelle ein eigenes virtuelles System, das allein für den jeweiligen Benutzer zur Verfügung steht (zum Beispiel VMware View, Citrix Xendesktop, Oracle VDI)

Client-Side VDI: Jeder Benutzer erhält ein eigenes virtuelles System, bei dem jedoch nur die Images zentral verwaltet werden. Das Ausführen des Desktops erfolgt dezentral auf dem physischen Rechner des Benutzers (zum Beispiel Citrix Xenclient, Virtual Computer Nxtop oder Microsoft Med-V).

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