Funken auf allen Kanälen
Seit März 2012 liefert der deutsche Hersteller Lancom Systems seinen ersten LTE-Router Lancom 1781-4G aus. Das Gerät ist schon laut Datenblatt gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Im Vergleich zu den bislang bekannten LTE-Routern im deutschen Markt handelt es sich bei diesem VPN-Router mit den Lancom-typischen Router-Features klar um ein System für den Business-Einsatz, was sich auch im gehobenen Preis von 899 Euro ausdrückt.
Hinzu kommt, dass der Lancom 1781-4G auf jeden Fall hier zu Lande universell als LTE-Router einsetzbar ist: Er beherrscht unter anderem mit 800, 1.800 und 2.600 MHz alle drei in Deutschland zugelassenen LTE-Frequenzbänder. Mit dieser LTE-Triband-Unterstützung ist das Gerät derzeit jedenfalls noch das einzige am Markt. Grund vielleicht auch, dass die deutsche Telekom auf der CeBIT 2012 den Lancom 1781-4G als LTE-Lösung für Business-Kunden präsentierte.
Ebenfalls nicht selbstverständlich ist, dass der Lancom 1781-4G nicht nur LTE- sondern auch die älteren 2G/3G-Mobilfunkstandards unterstützt: Findet der Lancom 1781-4G kein LTE-Netz, dann schaltet er auf GPRS, EDGE, UMTS, HSPA oder HSPA+ zurück. Fällt jedwede Funkversorgung aus, dann lässt sich die WAN-Verbindung auch über die integrierte ISDN-Schnittstelle oder über ein angeschlossenes externes xDSL- oder Kabelmodem herstellen. Das derart flexibel einsetzbare Gerät zielt daher auch auf Einsatzanforderungen, bei denen nicht unbedingt von vornherein klar ist, welche Kommunikationsverbindungen vor Ort aktuell verfügbar sind.
Testfokus LTE
Abgesehen von der zentralen Neuerung LTE reiht sich der Mobilfunk-Router Lancom 1781-4G mit seinen Features nahtlos in die umfangreiche Palette aktueller Business-VPN-Router des Herstellers ein. Im LANline-Test haben wir uns daher ausschließlich auf die LTE-Unterstützung konzentriert, die in mehrfacher Hinsicht Neuland darstellt und – wie sich zeigt – auch eine Herausforderung an den Tester.
Der seit 2010 betriebene Ausbau des Breitband-Mobilfunknetzes ist ja noch im vollen Gange, und LTE damit keineswegs flächendeckend verfügbar – schon gar nicht mit allen drei in Frage kommenden Frequenzbändern. Für einen Gerätetest in unterschiedlichen LTE-Netzen, wie er beim Lancom 1781-4G nahe lag, waren also etwas Improvisation und auch Mobilität gefordert, um am Teststandort, dem Großraum München, geeignete Empfangsmöglichkeiten zu finden.
Immerhin gelangen bei den Ende März bis Anfang April dieses Jahres durchgeführten Tests aussagekräftige Messungen in den beiden Frequenzbändern 800 und 1.800 MHz sowie mit den drei deutschen Netzbetreibern O2, Telekom und Vodafone. Ein kommerziell genutztes LTE-2.600-Netz stand zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung.
LTE-Normen und -Bandbreiten




