Gartner: Zehn Schritte zur Cloud

VMware Executive Event, München
Gartner: Zehn Schritte zur Cloud
geschrieben von LANline/Dr. Wilhelm Greiner am 02.12.2013

Bei einer Führungskräfteveranstaltung zum Thema „Cloud-Implementierung und Infrastruktur-Management“ im Mercedes-Benz-Center in München stellte Virtualisierungsvorreiter VMware seine Vision vom Software-definierten Datacenter (SDDC) vor. Als Gastreferent erläuterte Gartner-Analyst Will Cappelli Bedingungen der erfolgreichen Cloud-Einführung.

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Wie zahlreiche IT-Analysten und -Anbieter, so betrachtet auch VMware Social Networks, Mobility, Cloud Computing und Big Data als treibende Faktoren für die IT. Jörg Hesske, VMwares Deutschlandchef, veranschaulichte dies an einem griffigen Beispiel: „Ein Auto ist heute ein fahrende IP-Adresse“, so Hesske. Ein aktueller PKW sei umfassend vernetzt, beziehe Daten aus der Cloud speise dort Daten ein. Als sehr wichtig erweise sich die Hoheit über die Cloud-Daten bei einem Unfall. Hier konkurriere die Kfz-Versicherung mit dem Autohersteller bei der Frage, in welche Werkstatt der PKW verbracht wird: in eine Vertragswerkstatt des Herstellers oder eine günstigere, von der Versicherung bevorzugte?

 

Dank zunehmender Bedeutung der Cloud sei das Thema für die IT-Organisationen heute vorrangig Automation, so Hesske. Für diesen Zweck bietet VMware nicht nur Private-Cloud-Verwaltungswerkzeuge wie Vcenter Operations Manager, für das man TUI Infotec als Referenzkunden präsentierte; vielmehr will es VMware Unternehmen künftig auch mittels VCHS (Vcloud Hybrid Services) ermöglichen, Private-Cloud-Workloads einfach nach außen zu geben und ebenso einfach wieder zurückzuholen - ohne dabei langfristig gebunden zu sein wie bei Outsourcing-Verträgen üblich.

 

Vor diesem Hintergrund gab Will Cappelli, Research Vice President bei Gartner, Ratschläge für den Weg in die Cloud. Cappelli sieht vier große Herausforderungen für die IT: Erstens seien die Kosten zu hoch, 41 Prozent davon Personalkosten. Zweitens liefere die Unternehmens-IT verglichen mit der Consumer-IT-Welt nicht genug Innovation. Drittens werde die IT als zu langsam wahrgenommen und deshalb häufig umgangen. Und viertens seien die IT-Ressourcen nicht optimiert, es gebe daher ein „erstaunliches Ausmaß von Sprawl“ (unkontrollierte Verbreitung).

 

Die Unternehmens-IT müsse deshalb aufhören, sich nur als interner Service-Provider zu betrachten, und als IT-Service-Makler („Broker“) agieren: „Die Quelle (eines IT-Services, d.Red.) ist bedeutsam, aber sie ist nicht von primärer Bedeutung“, so Cappelli. Darauf aufbauend müsse die IT eine Cloud-Computing-Strategie festlegen. Der Analyst stellte zehn Schritte für die Cloud-Transformation vor:

 

1. Reifegrad-Assessment: Gartner empfiehlt dafür natürlich das hauseigene IT-Score-Maturity-Modell, es gebe aber diverse Reifegradmodelle, die sich stark ähneln.

 

2. Investitionen in Standards und einen architekturbasierten Ansatz.

 

3. Fokus auf Automation, zum Beispiel mittels RBA (Run-Book Automation) sowie Provisionierungstechnik für Server, Storage und das Netzwerk.

 

4. Automation des Financial-Managements und der IT-Governance, denn nur das Financial-Management liefere eine „Sprache, die auch das Business versteht“.

 

5. Versorgung der Kunden mit den Services, die sie benötigen - in einem Vokabular, das sich an der Ausdrucksweise der Kunden orientiert statt kryptischer technischer Parameter.

 

6. Einführung neuer Cloud-Service-spezifischer Rollen, zum Beispiel IT-Finanz-Manager, Cloud-Service-Broker, Service-Manager, Capacity-Manager, Automationsspezialist etc.

 

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