IP als Plattform für die Sicherheitstechnik

Videoüberwachung als Ausgangspunkt
IP als Plattform für die Sicherheitstechnik
geschrieben von Bernd Konopka, Produkt-Manager Videoüberwachung bei Bosch Sicherheitssysteme am 25.05.2011
Aus der Videoüberwachung sind IP-basierende Kameras und Lösungen heute nicht mehr wegzudenken. In vielen Anwendungen haben sie analoge Systeme bereits verdrängt. In anderen Bereichen der physischen Sicherheitstechnik dagegen hat sich das Standardprotokoll noch nicht im gleichen Maße durchsetzen können. Allerdings ist auch hier ein zunehmender Trend zum Einsatz von IP und Ethernet zu erkennen – zu offensichtlich sind die Vorteile.

Seite 1 / 6

Attraktiv ist der Einsatz von Ethernet und IP für viele Unternehmen vor allem, weil sie den Aufbau separater Netzwerke für die Datenverarbeitung und die Sicherheitstechnik überflüssig machen können. Eine zentrale und einheitliche Verwaltung verspricht deutlich reduzierte Betriebskosten, und auch bei den Investitionen in die Infrastruktur führen die hohen Stückzahlen zu erheblichen Kostenvorteilen. Doch nicht nur finanziell zahlt sich der Einsatz standardisierter Netzwerktechnik aus: Eines ihrer großen Versprechen ist die Schaffung einer gemeinsamen technischen Plattform für Brandmeldeanlagen, Evakuierungs?, Einbruchmelde- und Zutrittskontrollsysteme sowie für die Videoüberwachung. Informationen von Videokameras, Brand- und Rauchmeldern oder Türsteuerungen können über einheitliche Protokolle wie TCP/IP und standardisierte Schnittstellen wie OPC zentral zusammengeführt werden. Ferner besteht so die Möglichkeit, mehrere Anwendungen auf einer gemeinsamen, flexiblen und konfigurierbaren Oberfläche anzuzeigen und miteinander zu verknüpfen. Zudem macht die Digitalisierung ganz neue Anwendungen überhaupt erst möglich.

Dass „Security over IP“ heute häufig noch mit „Video over IP“ gleichgesetzt wird, hat nachvollziehbare Gründe, ist aber trotzdem nicht korrekt. Die Videoüberwachung ist heute allerdings der einzige Bereich der Sicherheitstechnik, in dem Ethernet und IP flächendeckend bis hin zum Sensor arbeitet, nämlich bis zur Videokamera. Dies ist nur deswegen möglich, weil Kameras vergleichsweise teure Systeme sind und die zusätzlichen Kosten für einen eigenen Prozessor und die notwendige Software dort nicht erheblich ins Gewicht fallen. Diesen geringen Zusatzkosten stehen jedoch erhebliche Kosteneinsparungen und andere Vorteile gegenüber.

Video über IP

Dank ihrer hohen Verarbeitungsleistung bieten moderne IP-Netzwerkkameras und -Encoder erheblich mehr als analoge CCTV-Systeme. Insbesondere ermöglicht diese höhere Leistung den Aufbau dezentraler Videoarchitekturen mit intelligenten Funktionen direkt in den Encodern und Kameras. Bei diesem Ansatz werden alle Ereignisse am Kamerastandort generiert und nur noch Videobilder von Interesse an die Leitstelle gesendet, was den Datenverkehr im Netzwerk deutlich reduziert. Dafür gibt es heute eine Vielzahl von Videolösungen, bei denen Festplatten direkt an die Kameras oder Encoder angeschlossen sind und als lokale Ringspeicher dienen können. Auch die vielfach integrierten Speicherkarten können den Montageaufwand und Handling deutlich vereinfachen. Im Vergleich zu analogen Lösungen mit zentraler Videospeicherung bieten solche Systeme erheblich Kosteneinsparungen.

Seite 1 / 6



Noch keine Bewertungen vorhanden