Kindinger Mitteilungen (3): Silver Surfer und rostige Radler
Angefangen hat der silberhaarige Sich-im-Web-Auskenner in der Regel als „12 o’Clock Flasher“: als jemand, bei dem die Digitaluhren sämtlicher elektrischer Haushaltsgeräte ständig eine blinkende „12:00“ zeigten, weil er nicht wusste, wie man das ändert. Später hat er sich dann vom Den-Enkel-Frager-wie-man-in-dieses-Internetz-kommt über den E-Mail-Ausdrucker zum Auch-mal-was-bei-Ebay-Versteigerer gemausert, um heute routiniert das neue Ipad („Das kann sogar Tante Elfriede bedienen“) im Apple-Store zu bestellen oder die Last-Minute-Thailand-Reise online zu buchen und anschließend das Hotel auf Facebook abzukanzeln.
Gerade im Spätsommer - der ja nicht umsonst „Altweibersommer“, pardon: „Silver-Surferinnen-Sommer“ heißt - zieht es die rüstigen Rentner allerdings weg vom PC und per Fahrrad oder auf dem immer beliebteren E-Bike hinaus in die Landschaft, etwa ins seniorengerecht steigungsarme Altmühltal. Das Problem: Wird der silberne Surfer zum Verkehrsteilnehmer, dann ist es meist recht schnell vorbei mit der kompetenten Manövrierfähigkeit. Zwar gibt es durchaus die alerten Durchtrainierten von der „Extremsport geht auch mit künstlichem Hüftgelenk“-Fraktion; doch die meisten Silver Surfer erwecken auf dem Draht- oder Akku-Esel eher den Eindruck, als wollten sie beweisen, dass nicht die digitale Demenz, sondern vielmehr der geistig rostige radelnde Rentner hierzulande die größte Gefahr darstellt.
Deshalb folgen hier ein paar Tipps für den Silver E-Biker:
1. Schieben Sie das E-Bike zunächst in die Kreuzungsmitte, steigen Sie dort in Ruhe auf und überlegen Sie sich dann erst, ob Sie überhaupt wissen, wie man dieses neumodische Zeugs bedient. Solch ein behutsames Vorgehen hat sich ja damals beim PC schon bewährt. Beachten Sie die hupenden PKW-Fahrer gar nicht - die freuen sich lediglich über den hohen Fitnessgrad heutiger Senioren und wollen Sie nur anfeuern.
2. Lassen Sie sich vom anhaltenden Gehupe und Gefluche auch nicht dabei stören, nun in Ruhe auf der Landkarte - für Besserverdiener: auf dem am Lenker montierten Ipad - nachzusehen, wo Sie überhaupt hinwollen. Hektik ist schließlich schlecht für den Blutdruck. Und Sie sind ja hier im Urlaub und nicht auf der Flucht. Wie damals in Ostpreußen.
3. Das Tolle am E-Bike ist ja, dass man nicht so viel strampeln muss wie damals vor’m Krieg, und dass man jetzt viel mehr Zeit hat, die Landschaft zu genießen. Die Betonung liegt dabei auf „Landschaft“ - Verkehrsschilder sind hier explizit ausgenommen. Schließlich sind Sie ja hier im Urlaub, falls wir das noch nicht erwähnt hatten, und da gelten die Verkehrsregeln für Sie sowieso nicht.
Ipod-Rad
Guckst Du hier: http://www.manager-magazin.de/lifestyle/fitness/0,2828,852956-11,00.html
Re: Ipod-Rad
:-)
Schön fand ich ja auch: "E-Mountainbike für Frauen". Ich selber setze mich in solchen Fällen ja in meine Mountain-Rikscha und sage zu meinem Chauffeur: "James, zum Gipfel bitte! Aber gemächlich, Er möchte die Aussicht genießen!"
Rennradlers Anwort auf E-Bike
Smaller Front Wheel = Constant Downhill :-)
Armstrong völlig veraltet
So geht's: http://de.wikipedia.org/wiki/Motor-Doping