Mehr als nur schnell

Intelligente Application Delivery Networks
Mehr als nur schnell
geschrieben von Martin Walzer/wg Martin Walzer ist Technical Manager DACH und Osteuropa bei Blue Coat. am 23.07.2009
Die meisten WAN Optimization Controllers (WOCs) beschleunigen lediglich den Datenverkehr zwischen zwei Punkten einer WAN-Verbindung. Was genau über die Leitung läuft und welcher Teil des Datenverkehrs überhaupt beschleunigenswert ist, wissen sie in der Regel nicht. In einem Application Delivery Network sollten jedoch Funktionen für Transparenz, Beschleunigung und Sicherheit dafür sorgen, dass nur die wichtigen und richtigen Anwendungen in den Genuss hoher WAN-Geschwindigkeit kommen.

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Immer mehr Mitarbeiter arbeiten heute nicht mehr in der Unternehmenszentrale, sondern in Außenstellen, aus Home Offices oder von unterwegs aus. Gleichzeitig entstehen durch Fusionen neue Unternehmensstrukturen mit verteilten Standorten und IT-Infrastrukturen, die es in den Griff zu bekommen gilt. Compliance-Vorgaben, Prozessoptimierung in der IT und Kostendruck motivieren Unternehmen dabei, ihre IT zu zentralisieren. Doch die Konsolidierung von Servern in einem zentralen Rechenzentrum führt dann auch beispielsweise dazu, dass Mitarbeiter in Außenstellen ihre Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien nicht mehr lokal, sondern über das WAN auf einer hochverfügbaren Server-Farm speichern müssen. Da die verfügbare Bandbreite im WAN auch heute nicht mit lokalen Netzwerkgeschwindigkeiten vergleichbar ist, führt dies zu einem Phänomen, das viele aus eigener Erfahrung gut kennen: langsame Anwendungen.

Viel hilft manchmal nur wenig

Die erste Reaktion bei langsamen Dateizugriffen oder stockenden Anwendungen ist oft der Versuch, das Problem entweder mit mehr Bandbreite zu „erschlagen“ oder mit WOCs die komplette Verbindung von der Zentrale zu den Außenstellen zu beschleunigen. Doch beide Ansätze helfen in der Praxis oft nur wenig oder führen sogar zu unerwünschten Ergebnissen. Denn wer nicht weiß, welche Anwendungen tatsächlich in welchem Ausmaß Daten über eine WAN-Strecke schicken, kann nicht wissen, was er da tatsächlich beschleunigt. Im schlimmsten Fall freuen sich dann Mitarbeiter über schnellere private Anwendungen und Spyware über beschleunigte Ablieferung ihrer Datenbeute, während die wichtigen Anwendungen weiterhin nur zäh reagieren und die Anwender verärgern. Um dieses Szenario zu vermeiden und trotzdem wichtige Anwendungen für den Zugriff via WAN zu beschleunigen, bietet es sich an, ein so genanntes Application Delivery Network (ADN) aufzubauen. Dessen vielfältige Aufgaben lassen sich zu drei großen Gruppen zusammenfassen: Transparenz, Beschleunigung und Sicherheit.

Bevor ein Unternehmen nun Maßnahmen zur Anwendungsbeschleunigung ergreift, muss es jederzeit nachvollziehen können, welche Anwendungen mit welcher Effizienz über sein WAN laufen. Ein ADN sorgt daher zunächst einmal für Transparenz im aktuellen Netzwerkgeschehen. Dazu muss es jedes Datenpaket im WAN-Verkehr bis hinauf zur Anwendungsschicht analysieren und im ersten Schritt die dazugehörige Anwendung identifizieren. Eine simple Zuordnung von Ports zu Anwendungen auf Layer 4 reicht dabei nicht aus, wie die populäre Nutzung des in Firewalls in der Regel offenen Ports 80 durch zahlreiche Anwendungen zeigt.

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