Pinguin will schnell zum Fenster
Die erste ausgelieferte RDP-Version (Remote Desktop Protocol) 4.0 erblickte im Jahre 1998 das Licht der Welt, als Microsoft sie mit „Windows NT Server 4.0, Terminal Server Edition“ auf den Markt brachte. Diese Multi-User-Fassung des NT-4.0-Betriebssystems war in der Lage, separate Sitzungen für Remote-Benutzer zu unterhalten, die von herkömmlichen Computern oder Thin Clients (TCs) aus Verbindungen via RDP aufbauten, um darüber Bildschirmausgaben sowie Tastatur- und Mauseingaben auszutauschen.
Im Laufe der Jahre hat Microsoft die RDP-Mechanismen weiterentwickelt, mit neuen Funktionen versehen und die zugehörige Terminal-Server-Technik in „Remote Desktop Services“ umbenannt. Mit dem Service-Pack 1 (SP1) für Windows Server 2008 R2 ist RDP nunmehr bei Version 7.1 angelangt. Die entscheidende Neuerung gegenüber der im ursprünglichen Windows Server 2008 R2 enthaltenen RDP-Version 7.0 ist die Unterstützung der RemoteFX-Technik.
Protokollerweiterung
Als RemoteFX bezeichnet Microsoft Protokollerweiterungen für RDP, zu denen vor allem optimierte Codierverfahren gehören. Diese können ihre Vorteile bei Anwendungen ausspielen, bei denen es um umfangreiche grafische Darstellungen und multimediale Inhalte geht. Beispiele dafür sind Flash, Silverlight sowie, je nach Konfiguration, die Windows-Aero-Benutzeroberfläche von Windows 7 mit ihren transparenten Fensterrahmen. Momentan ist RemoteFX übrigens nur für LAN-Umgebungen freigegeben, die Latenzen von maximal 20 Millisekunden aufweisen. Für den WAN-Betrieb eignet sich die Microsoft-Technik derzeit nicht.
Diese RemoteFX-Umsetzung für Windows Server 2008 R2 SP1 kennt drei verschiedene „Spielarten“. Grundlegend ist es möglich, RemoteFX auf einem Remote-Desktop-Sitzungs-Host (früher als Terminal-Server bezeichnet) zu verwenden. In diesem Falle werden die Bildschirminhalte von Remote-Desktop-Sitzungen auf dem Server codiert und nach der Übertragung auf RemoteFX-fähigen Remote-Desktop-Clients wieder decodiert. Microsoft zufolge soll dies weniger Bandbreite als bei herkömmlichen Remote-Desktop-Verbindungen beanspruchen, was die Anzahl maximal möglicher Clients im Netzwerk erhöht.
In der Regel denken Administratoren beim Stichwort RemoteFX jedoch nicht an Terminal-Server und Remote-Desktop-Sitzungen, sondern an VDI (Virtual Desktop Infrastructure) auf der Grundlage von Hyper-V. Diese Konfiguration stellt die zweite Spielart der RemoteFX-Technik von Windows Server 2008 R2 SP1 dar. Bei dieser Konstellation können selbst minimalistisch ausgestattete TCs ihren Remote-Benutzern die Aero-Oberfläche mit Transparenzeffekten präsentieren.
SLAT-Support und Grafikkarten im Server




Kommentar hinzufügen