Schutz für Server-Räume
Kentix-Manager Jörn Wehle im Interview
Schutz für Server-Räume
geschrieben von Dr. Jörg Schröper am 07.10.2011
LANline: Was kann in Rechenzentren alles passieren? Sie haben sicher in Ihrer Laufbahn auch kuriose Geschichten rund um das RZ erlebt.
Wehle: Große Rechenzentren haben in der Regel eine recht umfassende Sicherheitstechnik. Man kann nicht sagen, dass die Dinge dort generell im Argen lägen. Wo hingegen dringender Handlungsbedarf besteht, das ist in vielen kleinen und mittelgroßen Sever-Räumen. Obwohl die Daten und die IT-Infrastruktur, die dort vorgehalten wird, oft von essenzieller Bedeutung für das Unternehmen oder auch für die Kanzlei sind, ist der physische Schutz des Server-Raums völlig mangelhaft. Das reicht von Überhitzungsgefahren bis hin zum unerkannten Wasserrohrbruch. Zehn oder zwanzig Zentimeter Wasser im Server-Raum und Sie können Ihre Angestellten für eine Woche in Urlaub schicken und Ihre Umsätze vergessen. Das haben wir alles schon erlebt.
LANline: Vor welchen Gefahren sollte man einen Server-Raum Ihrer Einschätzung nach in erster Linie schützen?
Wehle: Der Schutz der eigenen IT vor Schadsoftware oder Datendiebstahl via Internet ist heute natürlich Standard. Softwareseitigen Schutz gibt es eigentlich überall. Aber es sind die zahlreichen physischen Gefahren, die in den allermeisten Fällen noch völlig ignoriert werden. Dabei ist es so einfach, dagegen vorzubeugen. Ein auf Mikrowellen basierender Bewegungsmelder alarmiert beim Betreten des Server-Raums durch Unbefugte. Ein Temperatursensor überwacht die Raumtemperatur und auch die Funktion von Kühl- oder Heizanlagen. Die Luftfeuchte lässt sich ebenso überwachen wie der Taupunkt, um Kondenswasser zu vermeiden. Die externe Netzspannung können Sie mit einem Sensor überwachen und Spannungsausfälle sofort melden. Und ein sehr empfindlicher Kohlenmonoxidsensor übernimmt zuverlässig die Früherkennung von Bränden. Das Schöne an einen Multisensor, also einem Produkt, das wir eigens für den Schutz von Server-Räumen konzipiert haben, ist, dass es all diese Sensorfunktionen in einem Gerät und in einem Gehäuse vereinigt. Er ist eine Art Rundum-sorglos-Paket für die physische Sicherheit.
LANline: Wie funktioniert die Technik der einzelnen Sensoren?
Wehle: Wie gesagt, wir haben sie alle in einem quadratischen Gehäuse von 9 × 9 × 4,5 cm integrieren können. Der Bewegungsmelder darin arbeitet auf Mikrowellenbasis, und zwar im 24-GHz-ISM-Band, mit einem Erfassungskegel von 90 Grad und einer Reichweite von etwa zwölf Metern. Der Kohlenmonoxidsensor erfasst CO-Konzentrationen von 0 bis 10.000 ppm, wobei die Auslöseschwelle im Bereich zwischen 20 und 200 ppm wählbar ist. Relative Luftfeuchte wird im Bereich von 0 bis 100 Prozent erfasst, und Temperatur misst das Gerät von – 40 bis + 125 Grad Celsius.

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