Server-Appliance als Jukebox-Ersatz

Test: Iternity/HP iCAS
Server-Appliance als Jukebox-Ersatz
geschrieben von Christoph Lange/dp am 30.07.2009
Die Archivierungslösung von Iternity speichert Daten mithilfe einer WORM-RAID-Technik revisionssicher auf Festplatten. Im LANline-Test musste das als Jukebox-Ersatz positionierte System seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen.

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Die Archivierungssoftware der Pyramid-Tochter Iternity legt die Daten im WORM-Format auf den Festplatten einer Server-Appliance oder auf Disk-Systemen im SAN ab. Die Lösung lässt sich als revisionssichere Archivablage für Dokumenten-Management- oder Enterprise-Content-Management-Systeme (DMS/ECM) oder für Bilddaten im Medizinbereich sowie für Fax-Dokumente einsetzen. Die Liste der unterstützten Softwareanbieter umfasst rund 30 Hersteller, darunter Docuware, ELO, Microsoft, Open Text, SAP und SER.

Die Appliance ist wahlweise mit lokalen Platten ausgestattet oder agiert als Head-Controller, der die Daten auf ein vorhandenes Storage-System archiviert. Das Gerät läuft unter Windows Server 2003. Iternity bietet das System selbst mit Pyramid-Hardware an. Kunden, die einen großen Hardwarehersteller bevorzugen, erhalten die Lösung auch unter dem Namen HP iCAS mit HP-Proliant- und Storage-Works-Hardware.

Die patentierte Archivierungstechnik basiert auf einem CAS-System (Content Addressed Storage), das die Unveränderlichkeit der gespeicherten Informationen sicherstellt. Die Speicherung von Dateien erfolgt in „Content Storage Containern“ (CSC). Ein Container nimmt bis zu 50.000 Dokumente auf. Die Integritätssicherung der Daten erfolgt mit HMAC-SHA-512-Bit-Hashes, die über den gesamten Container hinweg gebildet werden. Der Hash-Wert dient gleichzeitig zur Identifizierung der Container. Auf Wunsch können die Archivdaten mit AES 256 Bit verschlüsselt und komprimiert werden.

Das System speichert die Container in einem Standard-File-System ab. So lassen sie sich mit herkömmlichen Verfahren sichern und replizieren. Außerdem kann der Administrator eine Datenmigration auf eine neue Archiv-Speicherplattform einfach bewerkstelligen. Sowohl Iternity als auch HP haben die Archivierungslösung zertifizieren lassen, um sicher zu stellen, dass sie konform zu allen relevanten gesetzlichen Vorschriften wie GDPdU, Eurosox oder Basel II ist. Die Binaries der Software hat Iternity 2008 beim TÜV Süd hinterlegt, falls die Firma irgendwann nicht mehr existieren sollte. In diesem Fall hätten die Kunden Zugriff auf den Source Code.

HP iCAS ist in verschiedenen Größen erhältlich. Zum LANline-Test trat die kleinste Konfiguration an. Sie bestand aus einem HP-Server Proliant DL160 G6, der mit einer Xeon Quad Core CPU und 4 GByte RAM bestückt war. Als Betriebssystem kommt Windows 2003 Enterprise in der 64-Bit-Variante zum Einsatz. Das Testsystem war mit vier 500-GByte-SATA-Platten ausgestattet. Diese waren als RAID 6 konfiguriert. Somit können zwei Platten gleichzeitig ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen. Die Head-Controller-Variante, die per NAS, iSCSI oder FC an SAN-Speichersysteme angebunden wird, lässt sich bis in den PByte-Bereich skalieren.

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