Taugt Kupfer auch noch für 40GbE?

Meinung: Zukunft der Kupferverkabelung
Taugt Kupfer auch noch für 40GbE?
geschrieben von Carsten Fehr/jos, Marketing Manager Multimedia Solutions bei der Prysmian Group. am 01.08.2012
Immer wieder gab es in den zurückliegenden Jahren Spekulationen darüber, ob denn die allseits bewährten Kupferdatenkabel die Hürde zur nächsten Geschwindigkeitsstufe von Ethernet nehmen können. Gerne hat man hierzu Kostenmodelle bemüht, die auch schon mal das Gegenteil beweisen sollten.

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Heute diskutieren die Experten tatsächlich an verschiedenen Stellen in der Welt darüber, was zu tun ist, um auf vier Kupferpärchen 40GBit/s zu übertragen, und zwar wie schon bei 1GbE und 10GbE aufgeteilt auf alle vier Paare und gleichzeitig in beide Richtungen. Zu den involvierten Gremien zählen das DKE GUK 715.3 in Frankfurt, die ISO/IEC JTC1 SC25 WG3 in Genf und die TIA92.7 im US-amerikanischen Arlington.

Dabei drängt sich die Frage auf, wie es in der Netzwerkbranche zu einem derartigen Beharrungsvermögen kommen kann. Die technischen Herausforderungen sind gewaltig, Komponenten, die es heute nachweislich leisten können, sind noch nicht verfügbar, alternative Verfahren etwa über Lichtwellenleiter dagegen schon. Warum, wenn nicht aus rein ideologischem Antrieb, stecken also Experten weltweit momentan so viel Energie in diese Frage?

Die Attraktivität von Ethernet in den verschiedenen BASE-T-Versionen liegt vielleicht außerhalb dessen, was mit theoretischen Betrachtungen zu Kanalkapazität und digitaler Signalverarbeitung zu beantworten wäre, wie es die genannten Gremien gerade versuchen. BASE-T steht hier synonym für 10Base-T, 100Base-TX, 1GBase-T und 10GBase-T, allesamt nach IEEE802.3 genormt. Wer heute ein stationäres ITK-Gerät kauft, wird unter den verschiedenen Anschlüssen fast immer auch eine RJ45-Buchse finden, die eine Anbindung ans vorhandene IP-Netzwerk ermöglicht.

Viele dieser Geräte lassen sich über diese Buchse auch fernspeisen, was sie gleichzeitig zur ersten weltweit genormten Stromsteckdose mit PoE oder PoE+ macht. Am bedeutsamsten ist aber vielleicht, dass diese Schnittstelle mit einer gehörigen Portion Intelligenz ausgestattet ist, denn sie stimmt sich selbsttätig im Netz mit Switch und Hub auf die bestmögliche Geschwindigkeit ab – die so genannte Autonegotiation. Dies kann keine andere Netzwerktechnik. Sie ermöglicht die schrittweise Systemaufrüstung ohne den andernfalls verheerenden Konfigurationsaufwand.

Solche Qualitäten sind immer gefragt – auch bei hohen Datenraten. Auch wenn heute viel Anwender vollkommen zufrieden mit ihrem 1GbE-Anschluss arbeiten und sich im Rechenzentrum auf Server-Ebene gerade die Aufrüstung auf 10GbE ereignet: Jeder IT-Nutzer weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese Geschwindigkeit in Bereiche gelangt, wo es eine Nachfrage nach der besagten Schnittstellenintelligenz gibt. Dies hat BASE-T in der Vergangenheit eine große Nachfrage beschert und in Konsequenz diese Technik so günstig gemacht, dass sie sich allgegenwärtig verbreitet hat. Diese Motivation geht deutlich über den reinen Fortschrittsglauben einer Teilbranche der Netzwerkindustrie hinaus, denn sie berührt Wohlstandsaspekte unserer Gesellschaft. Das Internet hätte sich ohne Standards nicht zu dem entwickeln können, was es heute ist, und ein wichtiger Teil des standardisierten Internets ist BASE-T.

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Mehr Infos

Mehr Infos zum Stand der Dinge findet man hier: http://www.ieee802.org/3/NGBASET/

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