Unternehmensspeicher wandert auf den Chip
Spätestens seit dem Auftritt von Violin Memory (www.violin-memory.com) ist klar – die Welt der Speichersysteme in Rechenzentren steht vor einem massiven Umbruch. Das 2005 im Silicon Valley gegründete Unternehmen kam 2008 mit einer 4-TByte-Flash-Speicher-Appliance auf den Markt, im September 2010 folgte ein 40-TByte-Flash-Array. Der Clou dabei: Auf Basis des SSD-Speichers (SSD = Solid State Drive) ließen sich im Vergleich zu Festplattensystemen Platz- und Energiebedarf auf ein Fünftel reduzieren, während die Durchsatzleistung gleichzeitig um das Vierfache stieg.
Inzwischen sind sowohl Technik als auch der Markt gereift, und neue Player mischen bei der Etablierung von Flash-Storage als primärer Unternehmensspeicher mit. Zu den interessantesten dürften Pure Storage, Nimble Storage und Solidfire gehören. Mit seiner Idee eines bezahlbaren Speichersystems für Unternehmen rein auf Flash-Basis konnte John Colgrove neben verschiedenen Risikokapitalunternehmen auch Elektronik- beziehungsweise IT-Größen wie Samsung und VMware als Investoren gewinnen (gesamtes Startkapital: 55 Millionen Dollar). Colgrove hat sich seine Sporen als Technikentwickler bei Veritas verdient, heute ist er „Unternehmensvater“ und Cheftechnologe bei Pure Storage (www.purestorage.com). Das junge Unternehmen aus Mountain View hatte bereits mit seinen All-Flash-Arrays aus der Betatestphase bemerkenswerte Markterfolge – blieb damit allerdings auf den nordamerikanischen Markt fokussiert. 2012 will Pure seine Europaaktivitäten starten – dort mit dem finalen Serienprodukt.
Im Vergleich zum Pionier Violin Memory hat Pure bei seinen ausschließlich mit Flash bestückten Speicher-Arrays noch eine gute Schippe draufgelegt: Der Faktor für Durchsatzleistung soll ebenso wie der für die Energie- und Platzreduktion bei Zehn liegen – verglichen mit marktüblichen Festplattenspeichern. Der eigentliche „Knaller“ ist aber der Kostenfaktor. Während der Preis pro Gigabyte bei Violin ebenso wie bei den meisten anderen Anbietern von Flash-Systemen bei einem Vielfachen entsprechender Festplattenkapazitäten liegt, will Pure Storage mit seinen SSDs unter dem Strich sogar kostengünstiger sein als das rotierende Medium. Wenn sich dies in der Praxis bewahrheitet, wäre das sicher eine Sensation.



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