USV-Virtualisierung für mehr Effizienz
Offene Einsparungspotenziale bieten vor allem Server-Hardware und Klimatisierungssysteme, aber auch die für einen ausfallsicheren Betrieb wichtigen USV-Systeme bestimmen mit einem Anteil von bis zu 18 Prozent maßgeblich den Gesamtenergieverbrauch eines Rechenzentrums. Ende April 2012 haben die zuständigen Gremien die europäische Norm DIN EN 16001:2009 durch die internationale Norm DIN EN ISO 50001:2011 – Energie-Management-Systeme ersetzt. Die neue Richtlinie bietet Unternehmen einen systematischen Ansatz, um Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen nachhaltig zu minimieren.
Größere Konzerne nutzen die in der ISO 50001 beschriebenen Prozesse auch im Rahmen des EU-Emissionsrechtehandels, etwa um ihren CO2-Ausstoß zu kontrollieren und zu protokollieren. Darüber hinaus greift in Deutschland noch die Härtefallregelung des EEGs (Erneuerbare Energien Gesetz). Diese sieht vor, dass produzierende Unternehmen aus energieintensiven Industrien unter gewissen Voraussetzungen die Stromsteuer für eine Reihe von bestimmten Fertigungsprozessen geltend machen oder den so genannten Spitzenausgleich beantragen können. Die Inanspruchnahme nach EEG setzt jedoch zwingend eine Zertifizierung nach ISO 50001 durch eine entsprechende Akkreditierungsstelle voraus.
Wichtiger Einfluss auf den Betrieb von Rechenzentren
Ähnlich wie die inzwischen weit verbreitete Qualitäts-Management-Norm ISO 9001 konzentriert sich die ISO 50001 hauptsächlich auf Prozessvorgaben. Die aus der Norm abgeleiteten Optimierungsprozesse beziehen sämtliche Energieverbraucher im Unternehmen ein – von der Produktion über die Logistik, bis hin zum Rechenzentrum und der jeweiligen IT-Infrastruktur. Dabei sind im Rahmen des sogenannten PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) kontinuierlich Verbesserungsmaßnahmen zu planen, durchzuführen und anschließend deren Wirksamkeit auf Geschäftsleitungsebene zu überprüfen.
Im Rechenzentrum wird das Thema Energieeffizienz damit endgültig zur Chefsache, denn viele Rechenzentren gelten aufgrund ihres Strombedarfs als „Bereiche mit erheblichem Energieverbrauch“ und müssen bei einer Zertifizierung nach ISO 50001 entsprechend in ein unternehmensweites EnMS (Energie-Management-System) eingebunden sein. Obwohl die Norm selbst keine speziellen Richtlinien für RZs vorsieht – sie gelten als kommerzielle Gebäude – gehen Experten davon aus, dass sich die ISO-Norm 50001 zu einer der wichtigsten Rahmenwerke für den effizienten Betrieb von Rechenzentren entwickeln wird.

