Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit

Professionelles Netz-Management
Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit
geschrieben von Andreas Born/jos, Senior Manager Technology Center Software Solutions bei Telent in der Euromicron-Gruppe. am 24.08.2012
Ein professionelles Netz-Management-System (NMS) muss Fehler in einem Betriebsnetz schnell und effektiv beseitigen können. Auch bei einer Störung steht der Betreiber in der Pflicht, anwendungskritische Daten sicher zu übertragen. Aufgrund der zunehmenden Komplexität und Vielfältigkeit sind Netz-Management-Systeme unverzichtbar, um die Verfügbarkeit und den Betriebszustand ständig zu überwachen und schnell zu reagieren.

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Sind die Folgen eines Ausfalls in öffentlichen Netzen bereits ärgerlich, können sie in einem Betriebsnetz kritisch sein und auch die Allgemeinheit betreffen. Ein Dienstausfall bei einem Energieversorger könnte zum Beispiel einen überregionalen Stromausfall verursachen. Ähnlich gravierende Auswirkungen hätte es, wenn Betriebsnetze von Verkehrsbetrieben oder Sicherheitsbehörden betroffen sind. Um den Betrieb und die Sicherheit ihrer Anlagen zu gewährleisten, stellen Energieversorger, Transportunternehmen oder Behörden deshalb höchste Anforderungen an die Zuverlässigkeit ihrer Betriebsnetze.

Sicherheitsanforderungen an Betriebsnetze

Betriebsnetze müssen so effizient und gleichzeitig so hochverfügbar wie möglich aufgebaut sein. Dienstverfügbarkeiten von 99,999 Prozent, was einen Ausfall von rund fünf Minuten pro Jahr bedeutet, sind nicht selten. Bei ausgewählten, sicherheitsrelevanten Diensten (etwa bei der Flugsicherheit) gelten teilweise noch höhere Anforderungen an die Verfügbarkeit. Die Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit der einzelnen Komponenten sind entscheidend für die Verfügbarkeit von Betriebsnetzen. Bei der Festlegung der Anforderungen gilt es, die Notwendigkeiten des Betriebsablaufs zu berücksichtigen und auf Kostenoptimierung zu achten.

Sinnvoll ist eine Strukturierung des Netzes in physische und logische Teilbereiche. Dadurch sind unterschiedliche Qualitäts- und Verfügbarkeitsvorgaben für die zu übertragenden Dienste definierbar. Dies erleichtert die Bewertung der Netzbereiche und schafft die Basis für weitere Kostenoptimierungen.

Verfügbarkeit von Netzelementen

Die Zuverlässigkeit der Netzelemente (NEs) und ihre Funktionen für die Wartung und Entstörung sind entscheidend. Redundante Module wie Stromversorgung, Zentraleinheiten oder Lüfter können die meisten hardwarebezogenen Fehler abfangen. Um ein hohes Maß an Entstör- und Wartungsfreundlichkeit zu erhalten, sollten diese Module ohne Betriebsunterbrechung austauschbar sein. Ferner sollten redundante Baugruppen im Fehlerfall innerhalb weniger Millisekunden umschalten.

In Betriebsnetzen gehen Fehlermeldungen von Komponenten an das zentrale NMS, sodass sich umgehend Maßnahmen für eine Entstörung ergreifen lassen. Dazu muss die betroffene Komponente mit ihren Geräte- und Netzdaten im NMS bekannt sein. Nur so können Diagnosen und Tests vom zentralen NMS aus durchgeführt oder die fehlerhafte Komponente von einem Techniker direkt ausgetauscht werden.

Die Netzverfügbarkeit ist auch abhängig von der Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit der Netzkomponenten sowie der Netzkonfiguration. Neben den NEs sind auch die Übertragungswege zu betrachten. Sie umfassen neben den Kabel- oder Funktrassen auch Verteiler, Verstärker und andere Übertragungskomponenten.

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