Verschlüsseltes Licht

Sicherheit in optischen High-Speed-Netzen
Verschlüsseltes Licht
geschrieben von Eugen Gebhard ist Managing Director Central Europe bei Ciena. am 25.10.2012
Geschäftliche Kommunikation ohne den Einsatz von E-Mail scheint heute undenkbar, und in zunehmend dezentralisierten Organisationen mit Standorten über mehrere Zeitzonen sowie mobilen Mitarbeitern benötigen Unternehmen überall und jederzeit einfachen Zugriff auf wichtige Daten. Sobald vertrauliche Daten jedoch übertragen werden, sind sie auch in Gefahr. Lauschangriffe machen selbst vor Glasfasern nicht halt.

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Ein Umstand, der in Unternehmen gerne ausgeblendet wird, ist dabei die Tatsache, dass nicht nur Server, Datenbanken, Router und Switches vor unberechtigtem Zugriff und Manipulation zu schützen sind, sondern auch die Daten, die gerade übertragen werden („Data in Flight“ genannt). Dies betrifft nicht nur Kupferleitungen oder WLANs, die bekanntermaßen leicht auszuspähen sind, sondern selbst optische Datenleitungen wie Glasfasernetze. Diese sind als Backbones und für Breitbanddienste unersetzlich und daher ein lohnenswertes Ziel für Lauschangriffe. Dennoch unterschätzen Unternehmen häufig die Gefahr durch Abhörattacken auf Glasfaserkabel, da sich sehr hartnäckig das Gerücht hält, diese seien per se sicherer – weit gefehlt. Die erforderliche Technikausrüstung und Software für Hacker ist frei erhältlich und durchaus nicht besonders teuer. Unbefugte können damit auch große Datenmengen mitlesen und verwerten.

 

Angriff via Verteilerkasten

Den einfachsten Zugang zum Glasfasernetz erhalten Wirtschaftsspione über häufig ungenügend geschützte Verteilerkästen, die sich zur Überbrückung größerer Distanzen in periodischen Abständen auf der gesamten Übertragungsstrecke befinden. Die so genannte Splice- oder Splicing-Methode macht sich die Faserstruktur der Leitungen zunutze. Die Glasfaser wird aufgetrennt und ein entsprechendes Gerät dazwischengeschaltet, das die Signale auf eine zweite Glasfaser überträgt. Im Moment der Zwischenschaltung wird die Verbindung allerdings kurz unterbrochen, sodass Fachleute diese Methode relativ einfach entdecken können. Selbst eine Signalunterbrechung von nur einer Millisekunde kann bedeuten, dass der Datenverkehr umgeleitet wurde. Ein weiteres Angriffsverfahren ist die Coupler-Methode, auch Bending genannt. Die Glasfaser wird hierbei mithilfe eines Clip-on-Kopplers gebogen, sodass ein kleiner Anteil des Lichts austreten kann. Dieses wird wiederum von einem Fotodetektor aufgefangen und über einen optisch-elektrischen Konverter in ein binäres elektrisches Signal verwandelt. Da bereits zwei Prozent des Lichtsignals alle übertragenen Informationen enthalten, reicht ein kleinster Knick aus, um verwertbare Informationen zu erhalten. Es entsteht zwar keine Unterbrechung, jedoch ist dieser Eingriff aufgrund der unvermeidlichen Dämpfung ebenfalls nachweisbar. Eine weitere Möglichkeit zum Abhören von Glasfasern ist die Non-Touching-Methode, bei der empfindliche Fotodetektoren die minimalen Lichtmengen auffangen, die auf natürliche Weise seitlich aus dem Kabel strahlen (Rayleigh-Streuung). Das Signal wird dann bis zu einer brauchbaren Intensität verstärkt, ohne die Leitung oder das Signal dabei zu dämpfen.

 

Gefahrenabwehr im Glasfasernetz

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