Virtuelle Lösungen zentral bereitstellen

Testserie App Streaming, Teil 3: VMware Thinapp
Virtuelle Lösungen zentral bereitstellen
geschrieben von Christoph Lange/wg am 18.10.2012
Mit Thinapp 4.7 bietet VMware ein Werkzeug an, das Anwendungen in einer Laufzeitumgebung kapselt. Die virtualisierten Applikationen können entweder über das Netzwerk zum Benutzer gestreamt oder lokal auf dem Endgerät ausgeführt werden. Thinapp-Anwendungen lassen sich in View-Umgebungen integrieren oder über den seit Kurzem erhältlichen Horizon Application Manager zentral verwalten.

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Für ein effizientes Client-Management spielt die zentrale Bereitstellung der Anwendungen eine wichtige Rolle. Softwareverteilungslösungen sind ein klassischer Ansatz, um Anwendungen von zentraler Stelle aus lokal auf den Endgeräten zu installieren. Hier kommt es aber immer wieder vor, dass sich einzelne Applikationen aufgrund von DLL- oder Registry-Konflikten nicht mit anderen Anwendungen vertragen. Viele Unternehmen nutzen zudem Terminal-Server für die zentrale Bereitstellung von Anwendungen. Allerdings gibt es nach wie vor zahlreiche Applikationen, die nicht mehrbenutzerfähig sind. Diese Probleme sollen mit einer Applikationsvirtualisierung der Vergangenheit angehören.

 

Funktionsweise

Um gestreamte Applikationen so zu kapseln, dass sie auf dem Zielbetriebssystem lauffähig sind, baut Thinapp um die Anwendung herum ein Virtual Operating System (VOS), das nur 400 KByte groß ist. Das VOS stellt eine virtuelle Registry und ein virtuelles Dateisystem bereit. Thinapp-Pakete lassen sich auf den Endgeräten ohne zusätzlichen Agenten ausführen, die Laufzeitdaten und benutzerspezifische Dateien speichert Thinapp in einer Sandbox. Thinapp-Pakete eignen sich für das Streaming (Übertragung zur Laufzeit) über das Netzwerk wie auch für die lokale Ausführung auf dem Endgerät. In der Regel ist Streaming die effizienteste Methode, da etwa 300 Anwender ein Thinapp-Paket parallel nutzen können. Mit Thinapp lassen sich nicht alle Anwendungen virtualisieren: Applikationen, die direkt auf Gerätetreiber oder Filtertreiber zugreifen, können gar nicht oder nur mit zusätzlichen Kniffen virtualisiert werden. Probleme bereiten zudem Anwendungen, die zwingend unter C:\Programme installiert sein müssen oder ihre Daten nur unter C: ablegen können. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass sich etwa 70 Prozent der in einem Unternehmen vorhandenen Applikationen relativ einfach virtualisieren lassen. Weitere rund zehn Prozent lassen sich mit Zusatzaufwand paketieren, bei den restlichen 20 Prozent ist eine Virtualisierung nicht möglich. Ob eine Virtualisierung sinnvoll ist, hängt auch davon ab, wie viele zusätzliche Komponenten die jeweilige Anwendung benötigt. Beim Microsoft-Office-Paket dürfte in der Regel eine lokale Installation im Standard-Desktop-Image sinnvoller sein, insbesondere wenn man viele Zusatzfunktionen wie Office-Plug-ins oder die Outlook-Integration nutzen will.

 

Anwendungen virtualisieren

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