VMware rückt Citrix auf den Pelz

Horizon 6 vereint Published Applications und virtuelle Desktops
VMware rückt Citrix auf den Pelz
geschrieben von LANline/Dr. Wilhelm Greiner am 10.04.2014

Virtualisierungsschwergewicht VMware hat mit Horizon 6 den Nachfolger von Horizon View 5 vorgestellt. Er vereint das zentrale Management virtueller Desktops, gehosteter Windows-Anwendungen (Pubished Applications) sowie physischer Desktops. Damit zieht VMwares Virtual-Client-Funktionalität nun mit der Flaggschifflösung Xendesktop des Marktführers Citrix gleich.

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Mit Horizon 6 will VMware den Anwendern unabhängig vom Einsatzort und -gerät einen einheitlichen Zugriff auf ihre Unternehmensanwendungen und -Desktops geben. Denn Horizon 6 - vormals unter dem Namen „View“, später als „Horizon View“ bekannt - erlaubt laut VMware nun die einheitliche Bereitstellung von veröffentlichten Windows-Applikationen, RDS-basierten Desktops (RDS: Microsoft Remote Desktop Services) und virtualisierten Desktops über verschiedene Geräte und Standorte hinweg.

 

Bei VMware hat mal also offenbar eingesehen, dass Published Applications - vormals Terminal-Services genannt - doch keine Dinosauriertechnik sind, die in Kürze komplett von gehosteten virtualisierten Desktops abgelöst wird. Damit hatte VMware bislang die alleinige Fokussierung auf VDI (Virtual Desktop Infrastructure) gerechtfertigt.

 

Mit Horizon 6 greifen Endanwender laut VMware-Verlautbarung über einen Unified Workspace auf ihre Applikationen und Desktops zu. Dieser unterstütze die Bereitstellung von Windows- und Mac-Applikationen, die in einem RZ oder auf einem lokalen Gerät gehostet werden, in einer Seamless-Ansicht, zudem die von Microsoft-RDS-gehosteten Desktops und Anwendungen sowie von Web-, SaaS- und per Drittanbietern veröffentlichten Applikationen mit Single Sign-on.

 

Dieses Feature-Set war seit Jahren das wesentliche Alleinstellungsmerkmal der marktführenden Lösung Citrix Xendesktop im Vergleich zu VMware View/Horizon View. Durch Horizon 6 steht Citrix Xendesktop somit nun erstmals einer ebenbürtigen Konkurrenzlösung gegenüber - zumal VMware als Lieferant der bei der Server-Virtualisierung klar dominanten Plattform Vsphere in den Unternehmen einen ebenso guten Ruf genießt wie Citrix bei den Client- und Applikations-Managern.

 

Der Zugriff auf den Unified Workspace erfolgt per Horizon Client, den es auch als Mobile Client für IOS und Android gibt. Als Zugriffsprotokoll dient PCoIP (PC over IP). Damit sollen auch BYOD-Initiativen (Bring Your Own Device) möglich sein.

 

Zugleich, so VMware, sorge das hauseigene Virtual SAN für Storage-Optimierung beim Einsatz der virtualisierten Desktops und Anwendungen. Das integrierte Management mittels VMware Virtual SAN soll dank Unterstützung lokaler Datenspeicherung die Storage-Kosten insbesondere beim Einsatz persistenter virtueller Desktops senken.

 

Für automatisierte Bereitstellungs- und Management-Prozesse sorgt dabei das ebenfalls neue VMware Vcenter Operations for View. VC Ops for View bündelt laut VMware in einer Konsole Zustands- und Risiko-Monitoring, Endanwender-Monitoring sowie Tools für die Diagnose der Prozesse zwischen dem Rechenzentrum und den Endgeräten.

 

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