Vom Helpdesk zum „Hospitality Desk“

Interview mit Landesk-CEO Steve Daly zu Consumerization und BYOD
Vom Helpdesk zum „Hospitality Desk“
geschrieben von LANline/Dr. Wilhelm Greiner am 08.10.2013

Die Endanwender in den Unternehmen werden immer IT-affiner und damit selbstständiger. Zugleich nähern sich die private und die berufliche IT-Nutzung immer stärker aneinander an. LANline diskutierte mit Steve Daly, dem CEO des Client-, Security- und IT-Service-Management-Anbieters Landesk, die Auswirkungen dieser Trends auf den Alltag der IT-Organisation in den Unternehen.

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Der Begriff „Consumerization of IT“ bezeichnet die sich wandelnde Verbreitung neuer IT-Geräte, -Lösungen und -Services: Man findet IT-Innovationen häufig zunächst im Privatanwendermarkt, von wo aus sie in die Unternehmenswelt „hinüberschwappen“.

 

Die „Hardwarevariante“ dieser Consumerization taucht unter dem recht unhandlichen Kürzel BYOD (für „Bring Your Own Device“) in zahlreichen Diskussionen auf, wenn es um den Wunsch der Anwender geht, ihre geliebten Smartphones und Tablets auch beruflich nutzen zu dürfen. Aber auch Consumer-orientierte Cloud-Services wie Dropbox haben große Verbreitung in Unternehmen gefunden - gegen den Willen der IT, weshalb der Markt für Enterprise-taugliche Dropbox-Alternativen blüht (LANline berichtete wiederholt).

 

Durch Phänomene wie Consumerization und BYOD sind die Endanwender in den Unternehmen immer häufiger mit den Tools, die sie nutzen (oder nutzen wollen), aus dem Privatleben bereits vertraut. Ein bekanntes Beispiel sind die Smartphones aus dem Hause Apple: zunächst Hilfsmittel und Statussymbol für finanzstarke Privatanwender, dann im Unternehmen immer verbreiteter und inzwischen - aber eben erst im Nachgang - dank IOS 6 und der neuen Version IOS 7 recht umfassend durch die Unternehmens-IT zu verwalten.

 

Die Mobilgerätehersteller arbeiten daran, ihre Devices bereits ab Werk für den Unternehmens- und BYOD-Einsatz zu rüsten. Beispiele sind neben Apple mit den neuen Enterprise-Funktionen in IOS 7 auch Samsung mit seinem sicheren Container namens Knox für den abgeschotteten Betrieb von Unternehmens-Apps. Jüngst ist Konkurrent LG nachgezogen und hat mit Gate eine Lösung für die private und berufliche Dual-Personality-Nutzung seiner G2-Smartphones angekündigt, die zunächst aber nur in den USA verfügbar sein soll.

 

Derlei Entwicklungen werden die Rolle der IT-Organisation deutlich verändern, argumentiert Steve Daly, CEO des Client-Management-Spezialisten Landesk, im LANline-Interview. „Self-Service wird die Standardvorgehensweise sein“, so Daly. Er fordert deshalb: „Die IT muss dazu einen Ort schaffen, den die Anwender von sich aus aufsuchen wollen, und sie muss bei Bedarf Hilfestellung leisten.“

 

Der Helpdesk wandle sich damit in Richtung eines „Hospitality Desks“ - gleiche also künftig der Rezeption eines Hotels, die dem Gast weitestgehend entgegenkommt und ihn in allen Belangen unterstützt. Der Landesk-CEO rät deshalb zu einem verstärkten Fokus auf den Endanwender: „Disziplinen wie Client-Lifecycle-Management und MDM werden in einem User-Lifecycle-Management aufgehen.“

 

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