Vom PC zu 3PC

Citrix Synergy in Barcelona
Vom PC zu 3PC
geschrieben von Dr. Wilhelm Greiner am 29.11.2011
Citrix will den Unternehmen den Weg von PC-Infrastrukturen in die Cloud-Zukunft ebnen, die CEO Mark Templeton als „3PC-Ära“ bezeichnete: Public Cloud, Private Cloud und Personal Cloud. Im Fokus der Hausmesse Synergy in Barcelona standen damit Cloud-Plattformen, Online-Collaboration und die mobile Nutzung von Applikationen und Daten.

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Unter Templetons Führung weitet Citrix sein Kerngeschäft – Anwendungen und Daten jederzeit abrufbar bereitzustellen – konsequent ins Cloud-Zeitalter aus. Dazu akquirierte man 2007 den Virtualisierungsanbieter Xensource, diesen Sommer folgte Cloud-Infrastrukturspezialist Cloud.com. Wie Xensource, so hat auch Cloud.com einen Open-Source-Hintergrund, was hilfreich ist für die Akzeptanz in Provider-Kreisen. Damit positioniert sich Citrix effektiv gegenüber Konkurrent VMware, der aus dominanter Position im Enterprise-Virtualisierungsmarkt die Cloud-Service-Provider angeht. Citrix entwickelt sich immer stärker zum Cloud-Spezialisten, für den virtualisierte Desktops und Applikationen letztlich nur noch Services sind, die auf der hauseigenen Cloud-Infrastuktur laufen. Dieser Wandel ist durchaus konsequent – wurde aber auf der Synergy durch allgegenwärtiges Cloud-Marketing teils vernebelt.

Cloud, Cloud und Cloud

So postulierte Templeton die „3PC-Ära“: Neben den allerorts diskutierten Public und Private Clouds positioniert er die „Personal Cloud“. Gemeint ist der On-Demand-Zugriff des Anwenders auf seine Anwendungen und Daten („Follow-me Apps“, „Follow-me Data“). Dieser Zugriff erfolgt im Citrix-Szenario entweder per Unternehmens-PC oder beliebigem mobilem Endgerät – kaum eine Präsentation kam ohne Ipad-Bilder aus. Fluchtpunkt dieser Entwicklung ist IT als Cloud-Service, sei es der zentral gehostete Arbeitsplatz (Desktop as a Service, DaaS), Infrastruktur (IaaS) oder Software as a Service (SaaS).

Der universelle Client für Cloud-Services ist bei Citrix der hauseigene Receiver. Dieser ist laut CEO Templeton heute auf 1,5 Milliarden Endgeräten installiert, der neue Receiver für Apple IOS biete deutlich kürzere Ladezeit. Auch die Virtual-Desktop-Software Xendesktop mache große Fortschritte: Für Xendesktop gebe es nun bereits 75 Kunden mit über 10.000 Lizenzen und rund 1.000 Kunden mit über 1.000 Lizenzen. Allerdings ist anzumerken, dass Citrix eine Lizenzwandlungsinitiative durchgeführt hat, um Kunden von der SBC-Software Xenapp auf Xendesktop zu migrieren, in welchem Xenapp enthalten ist. Es ist also unklar, wieviele Xendesktop-Kunden tatsächlich mehr nutzen als SBC-Funktionalität.

Mit großem Applaus begrüßte das Publikum Templetons Nachricht, Citrix habe App-DNA akquiriert. Der Spezialist für die Migration von Applikationen auf zentrale virtualisierte Plattformen offeriert Lösungen für eine schnelle Analyse des Softwarebestands, eine Knowledge-Base-basierte Anleitung, welche Applikation sich wie am besten zentralisiert bereitstellen lässt, und eine automatisierte Paketierung von Anwendungen zum Beispiel für das Application Streaming. US-Konkurrent Quest hatte fast zeitgleich mit Changebase ein ähnliches Unternehmen gekauft.

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