Wege zur VDI-Cloud
Der Aufbau einer Virtual-Desktop-Infrastruktur (VDI) gehört in den nächsten Jahren wohl zu den wichtigsten Aufgaben der IT. Dabei handelt es sich um eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, denn VDI-Systeme stellen gewissermaßen als Krönung der Virtualisierung die komplizierteste und umfangreichste Variante der Bereitstellung von IT-Ressourcen dar. VDI bedarf des präzisen Zusammenspiels unterschiedlichster IT-Systeme.
Grundsätzlich lassen sich auch bei der Desktop-Virtualisierung zwei Lösungen unterscheiden: eine Private Cloud, bei der die Ressourcen nur vom eigenen Unternehmen genutzt werden, und eine öffentliche Cloud, bei der die Ressourcen für alle nutzbar sind, die technisch angeschlossen werden können und dafür bezahlen. Bei einer hybriden Lösung werden eine private und eine öffentliche Variante gleichzeitig eingesetzt. Dies geschieht insbesondere, um kurzfristig auftretende Lastspitzen auszugleichen, zum Beispiel in stark saisonal geprägten Geschäftszweigen. So könnte ein Unternehmen für das Weihnachtsgeschäft kurzfristig und für einen begrenzten Zeitraum den Personalstamm erweitern und für diese Mitarbeiter eine Anbindung an IT-Ressourcen realisieren müssen.
Es gibt zwischen der privaten und der öffentlichen Variante deutliche Unterschiede hinsichtlich der technischen und betrieblichen Prozesse. Technisch gesehen ist für VDI häufig neue Hardware zu beschaffen, da die Anforderungen bezüglich der Geschwindigkeiten und Latenzen sehr hoch sind. Prozessural gesehen ist die Einführung von VDI häufig gleichbedeutend mit der Implementierung einer zusätzlichen Service-Level-Schicht. Die rollenbasierte Bereitstellung der Images und personalisierter Daten sowie die Bearbeitung von Incidents ändert sich in der Abfolge durch VDI massiv. Zudem kann es bei einer öffentlichen Lösung schwierig sein festzustellen, ob ein Problem extern oder intern verursacht ist. Fehlerereignisse sind bei einem externen technischen Problem über Service Level Agreements geregelt, sodass beim Betrieb der Lösung durch einen externen Dienstleister ein externer Support zuständig ist. Somit müssen interne Administratoren dies erst einmal diagnostizieren und eventuell unterstützend interne Messdaten bereitstellen. Hinzu kommt, dass der Verwaltungsaufwand bei der Nutzung externer Ressourcen steigt, während gleichzeitig das Kosten/Nutzen-Verhältnis durch „Pay What You Use“ (Bezahlung nach Verbrauch) verbessert werden kann.
