Der Technologiekonzern Fujitsu hat 2017 zum siebten Mal in Folge seine „Storage Days“ veranstaltet. In diesem Jahr nutzten insgesamt 1.400 Teilnehmer die Gelegenheit, an einer der sieben Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilzunehmen und sich über All-Flash Storage, verschiedene Praxisbeispiele und das Storage-Produktportfolio von Fujitsu zu informieren.

Storage macht durch die Digitalisierung gerade einen Wandel durch, erklärte Stefan Roth, Manager Head of Infrastructure Solutions and Systems SC Storage Fujitsu Central Europe, in seinem Vortrag in München. Echtzeit-Anwendungen, virtuelle Desktops oder Trends wie das Internet of Things sorgen seiner Meinung nach dafür, dass Informationen sich zum Herzstück des Unternehmens entwickeln. Dies führe aber auch dazu, dass sich die herkömmlichen Storage-Systeme durch die hohe Zahl solcher Workloads und die steigenden Performance-Anforderungen schnell zum Flaschenhals in der IT-Infrastruktur entwickeln.

Ein Thema, dass Fujitsu und eine Reihe anderer Hersteller mit All-Flash Storage begegnen. Flash habe sich aus der Nische heraus, mittlerweile als neuer Standard im Storage etabliert, der die nötige Performance und Effizienz biete und mittlerweile auch finanziell erschwinglich sei, so Roth. Laut Fujitsu bieten die All-Flash-Systeme der zweiten Generation inzwischen auch passende Hochverfügbarkeits‑, Disaster-Recovery- und Quality-of-Service-Funktionen, die zuvor nur Enterprise Storage bieten konnte.

Christian Schulte, Head of Category Management Datacenter bei Fujitsu Central Europe, ging in seiner Präsentation vor den rund 250 Besuchern in München sogar so weit, das Ende der HDD-Ära zu verkünden. „Die Festplatte ist tot“, betonte er. Dabei bringt eine HDD als bewährtes Speichermedium laut Schulte zwar noch zahlreiche Vorteile mit sich. Dies sei unter anderem die Zuverlässigkeit sowie unbegrenzte Schreibvorgänge und kostengünstigen Speicher. „Dennoch ist es nach 61 Jahren, indem sich die Festplatten nur in der Kapazität weiterentwickelt haben, nun Zeit für etwas Neues“, erklärte Schulte. Die HDD habe seiner Meinung nach innerhalb absehbarer Zeit ausgedient. Schließlich sei Flash schneller, zuverlässiger, umweltfreundlicher sowie mittlerweile erschwinglicher als HDD. „Flash ist nicht mehr teuer, bringt aber die bessere Performance“, sagte Schulte.

„Die Festplatte ist tot“, betonte Christian Schulte, Head of Category Management Datacenter bei Fujitsu Central Europe. Bild: Fujitsu

In der Tat ist der Preis für Flash seit seiner Einführung deutlich gesunken. Laut der IT-Community Wikibon sollen die Kosten von Storage-Systemen mit Flash-Speicher im laufenden Jahr 151 Dollar pro TByte betragen. Damit würden die Kosten erstmals tiefer als die von Komponenten mit Festplatten liegen, die169 Dollar pro TByte betragen sollen. Für ihre Rechnung bezog Wikibon die Gesamtkosten inklusive Strom, Kühlung und Wartung über einen Zeitraum von vier Jahren mit ein. Zudem gehen die Experten davon aus, dass bis 2020 die Kosten für Flash-Speicher weiter auf neun Dollar sinken. HDD-Systeme sollen dann bei 74 Dollar pro TByte liegen.

Des Weiteren machte Fujitsu auf dem Storage Days deutlich, dass es sich bei Flash nicht mehr nur um eine Technologie für High-End-Applikationen handelt, sondern dabei ist, zunehmend auch in der Breite Marktanteile zu gewinnen. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts 451 Research setzen 27 Prozent der weltweiten Unternehmen All-Flash Storage ein. Weitere 28 Prozent planen demnach den Einsatz von Flash-Speicher.

„Die Nutzer von Storage-Komponenten erkennen, dass Flash-Speicher ein wichtiger Bestandteil ihrer Digitalisierungsstrategie ist“, erklärte Dr. Rolf Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutschland, Head of Central Europe von Fujitsu. Er geht davon aus, dass auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen um die Vorteile der neuen All-Flash-Generation wissen und auf die performanteren Flash-Systeme umsteigen.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.