Würde gerne die Meinung der hier anwesenden Experten und Betroffenen hören? Ist das Konzept OK und vor allen Dingen, ist es in deutschen Unternehmen echt denkbar? (Beispielsweise in einem mittelständischen Betrieb?) -- ich denke eher nicht, da zuviel Vorbehalte existieren........
Diskussion: Bring Your Own Computer??
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Ein paar Anmerkungen von mir als neutralem Außenstehenden (da ich als Freiberufler immer "my own computer" nutze):
1. sarkastische Anmerkung: Unternehmen, in denen die User Admin-Rechte besitzen, haben schon längst BYOC, das Phänomen ist also schon wohletabliert.
2. skeptische Anmerkung: Wird dem Arbeitnehmer das Gerät vom Arbeitgeber finanziert, ist das Ganze in Deutschland (anders als offenbar in den USA) steuerlich gesehen nicht reizvoll, weil ich einen Pauschalbetrag des Arbeitgebers (anstelle eines vom Arbeitgeber gestellten Gerät) als geldwerten Vorteil versteuern muss.
3. Sehr nützlich ist in diesem Kontext der Begriff der "Consumerization" des Analystenhauses Gartner: Immer mehr Anwender bringen ihre privaten Gadgets etc. in den Berufsalltag ein. So etwas ließe sich nur durch strikte Verbote stoppen, was aber das Betriebsklima in den Keller fahren würde. Ergo: BYOC - oder genauer: Bring Your Own Device (BYOD), hier herrscht die Vielfalt - wird kommen, ob's den Admins passt oder nicht.
4. Freue mich auf Kommentare, wir praktizieren hier ja BYOO: Bring Your Own Opinion. ;-))
Es ist richtige, dass die geldwerte Versteuerung der Idee, dass Firmen dem Mitarbeiter Geld geben, der sich dann Equipment selbst kauft, in Deutschland / Europa etwas im Wege steht. Ein Notebook, das die Firma erwirbt, kann diese voll abschreiben; das Geld, das einem die Firma für den eigenen Erwerb eines bevorzugten PCs gibt, ist wegend des geldwerten Steuervorteils am Ende oft fast nur noch die Hälfte dessen wert.
Es ist aber zumindest in bestimmten Branchen so, dass Firmen an Mitarbeiter bestimmte Erwartungen haben, dass diese auf eigene Kosten Dinge anschaffen, die das Unternehmen auch nicht bezahlt. Beispielsweise wird von Aussendienstlern erwarten, dass diese mindestens eine, meist doch mehrere Anzüge besitzen, wenn sie Kunden besuchen. Ein guter Anzug hat durchaus den Gegenwert eines kostengünstigen Notebooks. Da dürften sich allein beim Thema "Berufskleidung" eine Menge Berufe finden, in denen der Arbeitnehmer ein eigenes Investment tragen muss. Das kann ja dann auch meist problemlos steuerlich geltend gemacht werden. Lehrer werden sicher auch Möbel und andere Ausstattungen eines häuslichen Arbeitszimmers nicht alle von dem Arbeitgebener bezahlt bekommen. Warum sollte also nicht zukünftig zumindest bei bestimmten Berufen, z.B. einem Aussendienst-Mitarbeiter erwartet werden können, dass diese ihr eigenes Handy und Notebook mitbringen (bei denen dann zumindest das Unternehmen die laufenden Betriebskosten wie Internetzugang und Telefonkosten bezahlt)?
Der Gedanke an BYOC zeigt doch, dass PCs, Table & Co. immer mehr ein Allgemeingut werden, bei dem auch die Kosten sinken - z.B. Preise für Standard-Netbooks tendieren wegen des Wettbewerbdrucks durch die Tablets nach unten, so gegen EUR 200 und darunter, was die noch grössere Verbreitung und BYOC fördern dürfte.
habe das Thema in einem Interview mit dem CEO einer amerikanischen IT-Firma angeschnitten. Er versicherte mir, dass dieses Thema in den amerikanischen Unternehmen schon ganz normal sei -- also, dass gerade die Mitarbeiter in IT-Unternehmen vielleicht ihren eigenen Computer nutzen (so nach dem Motto: Ich arbeite nur mit einem Apple-System....), brachte dann aber einen Punkt, den ich so noch nicht bedacht habe:
Er meinte, wenn die Firmen darauf bestehen, dass auch neue Mitarbeiter ihren eigenen Computer mitbringen, dann könnte dass beispielsweise für Menschen, die ein, zwei Jahre zuvor arbeitslos waren, eine große Einstiegshürde bedeuten, da sie -- wenn überhaupt noch -- nur einen total veralteten Computer besitzen. Besteht die Company darauf, dass sie ihren Job mit einem aktuellen eigenen System antreten, so müssen sie sich zunächst einmal verschulden, damit sie die Anforderungen erfüllen...
Kann ich mir bei uns nicht vorstellen -- scheint aber in den USA möglich zu sein!
... finde ich sehr interessant, hab es allerdings in dieser Form bei uns tatsächlich auch noch nie gehört. Vielleicht hat ja jemand aus der Community praktische Erfahrungen, bin gespannt.
Für mich löst sich dieser Teil des Problems derzeit nach Angebot und Nachfrage: Begehrte (potenzielle) Mitarbeiter können Forderungen stellen, begehrte Unternehmen auch. In ähnlicher Form gilt das sicher auch für einen Ausgleich der Ausgaben für Berufskleidung, wie im Posting zuvor angesprochen.
Setzen wir mal eine variierende Konjunktur voraus, heißt das aber für die IT-Abteilunngen, dass sie sich im Zweifelsfall durchaus auf einen Mix zwischen herkömmlicher Versorgung der Mitarbeiter mit Equipment und BYOC einstellen müssen. Das macht die Sache auch nicht leichter.
Viele Grüße, jos
Hallo,
ich bin auch der Meinung, dass die Nutzung privater Endgeräte (Laptop, Handy, Netbook, usw.) im Büro sehr vorteilhaft ist, auch wenn natürlich Bedenken wegen der Sicherheit ausgeräumt werden müssen. Natürlich befinden sich in den meisten Büros private Handys, wie sollte es auch anders sein.
So lange nicht jeder seine eigenen Wein mitbringt und sich betrinkt, ist doch alles in Ordnung
Also ich bin im Lauf der letzten 20 Jahre ja schon in einigen Unternehmen gewesen -- aber einen "E-Check" habe ich so noch nirgendwie erlebt oder davon gehört -- aber vielleicht ist das ja auch branchenspezifisch.
Und was die Brandgefahr der mobilen Telefone angeht --- DAS halte ich doch für etwas übertrieben, so lange man nicht auf einer Tankstelle oder einem Munitionsdepot tätig ist....
Aber wie gesagt, vielleicht ist das ja branchenspezifisch --- ich glaube, dass die hier auch in diesem Forum geäußert Probleme mit geldwertiger Versteuerung in Deutschland viel mehr dazu beitragen werden, dass sich so etwas NICHT durchsetzt -- wo deutsche Behörden involviert sind, da klappt es dann auch mit dem Verhindern (Sarkasmus aus!)
IMHO
Micha
Habe mich gerade am Mittwoch auf der European Identity Conference 2011 mit dem CTO Europa von Quest über dieses Thema unterhalten (er kommt aus U.K.): Der konnte eigentlich nur noch den Kopf schütteln über all diese typisch deutschen Bedenken und Einschränkungen:
Darum, um hier mal wieder etwas "Pepp" in die Diskussion zu bringen :-): Sind wir so überreguliert und kontrolliert in Deutschland, dass wir auch weiterhin bei solchen modernen Konzepten hinterher sein werden -- oder ist das gerade gut so, the German Way?
Was meint die Community!
Gruß
Micha
BYOC... bei Adidas, das sind die deren Laufschuhe bei Euch im Schrank stehen (eingestaubt versteht sich) ist diese Arbeitsweise in einem Projekt eingeführt worden. Nachlesen kann man das auf den CIO Seiten.
Deutschland, ein Land der sehr besteuerten Möglichkeiten. Was wird nun passieren? Kann ich mein Own Device jetzt steuerlich anerkennen lassen, weil ich es selbst mitbringe? Wahrscheinlich werde ich das schöne I4s nun mit der 1% Regelung als geldwerten Vorteil nutzen können (dies ist ein Text nur für Deutsche, der rest der Welt kann jetzt schon nicht mehr folgen) oder kann ich gar ein Surffahrtenbuch vorlegen und so beweisen, dass ich gar nicht privat arbeite (was sprachlich schon einen Widerspruch darstellt)? Wird es eine Surferpauschale geben? Wie wird Schäuble zugriff auf MEIN OWN DEVICE bekommen?
Was kommt als nächstes?
Was sind OWN DEVICES?
Gehört meine Dockingstation zu hause dazu genauso wie mein Bluetooth Headset?
Wer bezahlt das und gab es nicht vor einigen Jahren sehr eindrucksvolle Beweise wie man Bluetooth Unterhaltungen auf Autobahnbrücken abhören konnte? Muss ich mein Headset jetzt bei meinem Admin anmelden und bekommt es eine neue Verschlüsselung (ich nutze es eh nur auf dem Crosstrainer (mit meinen unverstaubten Turnschuhen))?
Mein Sohn, Jonas der süßeste Fratz auf diesem Planeten, wird nicht müde jeden morgen ein wenig Tozzle auf meinem I4s zu spielen... wie verhindere ich nun, dass er meine Artikel, Präsentationen und wichtigen Preislisten herunterlädt? Wer wird in Zukunft gefragt werden, wenn ich mein OWN DEVICE mitbringe? Kann ich meinen Admin fragen, wenn der "Kurze" den nächsten Level Tozzle nicht schafft oder darf ich ein solches Spiel einfach nur nicht mehr laden, da es gegen bestehende Policies verstößt? Sollte das der Fall sein möchte ich beantragen, dass ich in Deutschland als systemrelevant eingestuft werde, da mein OWN DEVICE dann eine Geschenk an meinen Chef ist und ich de Facto Unternehmen finanziere!
Hilfe...
Ach so, lieber Admin, wenn der Artikel stört, lösche ihn bitte einfach! Ich freue mich Euch eines Tages auf einer unserer Secure Networks Tage zu sehen. Dort zeigen einige Hersteller wie man BYOD Problematik angehen kann!
Bis dahin und mit den Worten des Ex Lufthansa Chefs zu sprechen,
bleiben Sie uns gewogen
In der Tat könnte sich die endlos komplexe deutsche Steuergesetzgebung trotz aller Sicherheitsprobleme noch als die größte Hürde für alles in Richtung BYOD erweisen. :-(
Und bzgl. "Ach so, lieber Admin, wenn der Artikel stört, lösche ihn bitte einfach!": keine Sorge, konstruktive Kritik ist uns durchaus willkommen!





































