Wie grün ist die IT?
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16.05.2011 08:11:54
Wie grün ist die IT?
Ich habe am Wochenende einen interessanten Artikel über das Bienensterben auf der Welt gelesen: http://www.fastcompany.com/1752894/are-cell-phones-killing-all-the-bees.
In vielen Unternehmen ist das Thema GreenIT in aller Munde, doch wie grün ist Sie wirklich?
Jedes halbe Jahr kommt ein neues Gerät, neuer Prozessor, neuer Speicher, neuer XXX auf den Markt. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde die Geräte auch genial und für die tägliche Arbeit unvermeindlich, doch erzeugen wir eine Unmenge an Schrott: http://www.google.de/search?q=elektroschrott&hl=de&prmd=ivns&tbm=isch&tb...
Sicherlich spielt es ja eine Rolle, wie lange die Geräte Strom verbrauchen, Laufen (über die Jahre), doch muss man sich nicht schon etwas früher Gedanken machen? z.B. bei der Entwicklung, Planung? Wie kann ich die Geräte so bauen, dass Sie wiederverwertet werden können?
Was ist Ihre Meinung zur GreenIT?
07.06.2011 15:26:51
#1
Image und Mission
In meinen Augen ist GreenIT eine schöne Idee die meist weniger schön umgesetzt wird. Der Begriff ist ein Modebegriff geworden. Jeder Hersteller, unabhängig von Soft- oder Hardware, macht zur Zeit Werbung für seine grüne Umgebung oder Lösung. Eine applikation die nach kurzer Zeit alle ungenutzten TCP Sessions schliesst gillt mitlerweile als grün weil Netzwerk und Server Resourcen nicht unnötig genutzt werden. Wirklich innovativ sind jedoch die wenigsten.
Und was bringt uns die ganze grüne IT wenn mitlerweile kein Handy länger als 2 Jahre genutzt wird? Was bringt ein extra sparsamer Client wenn die Anwender ihn trotzdem 24 Stunden am Tag surren lassen, nur um die Verzögerung beim an und ausschalten zu umgehen?
Viele gute Ansatzä, und noch mehr Ignoranten :)
10.06.2011 09:01:01
#2
Re: Image und Mission
In der Tat, der Begriff Green IT ist durch alle möglichen Marketing-Einflüsse schon sehr stark verwaschen worden. Wobei er natürlich von Anfang an als Marketing-Begriff genutzt worden ist. Was nach wie vor fehlt, ist ein Umdenken in der Hinsicht, bei der Anschaffung und Nutzung von IT-Equipment vorrangig an Nachhaltigkeit zu denken. Im Unternehmensumfeld gibt es hier aber wenigstens schon zahlreiche Teilerfolge. So kann es sich heute zum Beispiel kein Hersteller mehr leisten, in den Datenblättern nicht darauf zu verweisen, welchen (niedrigen) Stromverbrauch seine Gerätschaft hat.
03.08.2011 17:23:46
#3
Hierzu hat Bitkom mit dem Institut Borderstep geforscht...
...und auf über 80 Seiten unglaubliches zu Tage gefördert. Da ist aufgelistet, was ein PC mehr Strom braucht als ein TC und sich die Mehrkosten an Energie in drei Jahren auf 64 EURO summieren (Seite 11). Da kann man haarklein nachlesen, dass die Nachfrage nach Notebooks steigt, während die nach PCs sinkt; der Run auf TCs wird anhalten (Seite 21). Die Gesamtzahl der installierten TCs, Notebooks, Mni-PCs und PCs steigt bis zum Jahr 2020 um 11 Millionen auf dann 37,5 Millionen. Und die fressen Strom! Wobei die absoluten Verbräuche pro Stück in jeder Gattung zwar sinkt, aber die Kumulierung.... So findet der interessierte Leser Charts, die den Jahresenergiebedarf und den Materialeinsatz in Kilogramm pro Endgerätegattung sowie die dazugehörigen CO2-Emissionen zeigen (Seite 31 ff). Es werden Szenarien entwickelt und der dazugehörige Stromverbrauch ermittelt, in konventioneller und Green-Bauweise. Leider scheint in diesem Falle die Printverteilung schneller gewesen zu sein, als die elektronische, denn weder auf bitkom.org noch auf borderstep.de oder den Seiten der Mitherausgeber bmu.de und bundesumweltamt.de war heute das Werk online. Wer gerne in die Glaskugel schaut, für den lohnt sich auch ein Blick in diese Studie. kdj
04.08.2011 15:09:08
#4
Bitkom
Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder (http://www.bitkom.org/de/wir_ueber_uns/99.aspx), dazu ist er da, und das tut er auch in vernünftiger Form. Ob er "als Instanz" dafür geeignet ist, zu beurteilen, wie sich eine nachhaltige IT definiert, darüber lässt sich sicher trefflich streiten. Wenn sich der Verband der Automobilindustrie (http://www.vda.de/de/verband/index.html) zur Zukunft des Straßenverkehrs äußert, wird ihm eine solche Stellung als "Instanz" in der Öffentlichkeit jedenfalls regelmäßig abgesprochen - mit Recht oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Man muss schon genau hinsehen, wer welche Studien mit welchem Ziel verbreitet.
Freue mich auf Gegenrede :-)




























